Weiss und andere Farben? Seit wann ist denn weiss eine Farbe?! Der Titel der am 31. Mai eröffnenden Ausstellung im Sprützehüsli zeigt auf unterhaltsame Weise an, wie die abstrakten Malereien von Andreas Durrer zustande kommen: durch Reflexion und eine gute Portion selbstironischer Freude am Spiel mit Sprache, Farbe und Form.

Andreas Durrer (*1960) kennt die abstrakten Traditionen des 20. Jahrhunderts inwendig, hat aber durch seine beständige, täglich-suchende Arbeit zu einem Form- und Farbvokabular gefunden, das seine Bilder wiedererkennbar macht. In seinen neuesten Leinwandarbeiten nehmen einzelne Farbfelder mehr Platz ein als vormals. Damit schafft er einen beruhigten Bildgrund, der einzelnen, markant gesetzten Impulsen mehr Platz lässt. Vielleicht spiegelt sich darin ein verstärktes Bedürfnis nach einer ganzheitlichen Übersicht? Vielleicht nach einer Reduktion der Formsprache, die der Farbwirkung mehr Präsenz zuspricht?

Weiss ist die Seherscheinung, die aus einem gleichmässigen Gemisch der Primärfarben rot, blau und grün entsteht. Während sie charakterlos und offen für jegliche Einschreibung wirkt, trägt sie das gesamte Spektrum bereits in sich.

Andreas Durrer spricht gerne über seine Arbeit. Als Co-Leiter und Dozent des NetzWerk Malerei in Münchenstein ist er es sich gewohnt, in verständlicher Weise seine Faszination für die künstlerische Arbeit an Interessierte weiterzugeben. Er ist während der Öffnungszeiten jeweils im Sprützehüsli anwesend.