Doris Herrmann (* 1933) gehörlos und mit leichter Seheinschränkung (Usher Syndrom) geboren, lebt und arbeitet in Reinach/BL.

Schon früh erkennt Ihre Familie, ihre zeichnerischen und künstlerischen Talente. Sie macht eine Ausbildung zur Schneiderin sowie Handweberin und nimmt Unterricht in Malerei und kreativer Gestaltung an der Kunstgewerbeschule in Basel. Als bildende Künstlerin erlangt sie öffentliche Anerkennung.

Im Basler Zoo lernt sie Kängurus kennen und ist fortan von diesen Tieren fasziniert. Als autodidaktische Känguruforscherin bereist sie mehrfach Australien und erlangt durch ihre Forschungsarbeit großes Ansehen. Als Wandernde zwischen den Welten wird Australien mehr und mehr zu ihrer seelischen und spirituellen Heimat.

1988 verliert sie durch eine Masernerkrankung ihr Sehvermögen fast vollständig. 1990 beginnt Doris Hermann mit der Arbeit an autobiografischen Büchern, die sie mit Co-Autoren schreibt. 2010 wurde ihr viertes Buch „Känguruherz“ ins Englische übersetzt und 2013 an der Gehörlosenuniversität Gallaudet in Washington D.C veröffentlicht. Weitere Publikationen folgen. In ihrem literarischen Werk finden sich auch ein Kinderbuch, ein Krimi sowie auch phantasievolle Geschichten über eine etwas „andere skurrile“ Schweiz.

Kunschtplatz.ch hat die Künstlerin Doris Herrmann im WBZ besucht. Beim genauen Betrachten der Perlenbilder findet man die Liebe der Künstlerin zum Design und Kunsthandwerk. Es sind eindrucksvolle, noch nie gesehene Werke, plastisch komplex, tiefsinnig und heiter mit bezaubernden Titeln, die zum Träumen einladen. Das faszinierende an Doris Herrmann ist, dass sie trotz ihrer starken Sehbehinderung ihre Bilder immer selber fertigt. Dafür verwendet sie Sperrholz, das Holz lässt sie nach ihren Angaben farbig bemalen und bohrt dann die Löcher selbst, durch die sie die Drähte zieht um dann die Perlen kunstvoll einzuarbeiten. Je ausgefallener die Knöpfe und Perlen, desto phantasievoller die Empfindungsbilder.

Unter dem Titel "Es kräht der Hahn, weil du so schön bist" sind die taktilen Werke dieser vielseitigen und spannenden Künstlerin noch bis 20.07.2018 im WBZ Reinach zu sehen.           Es ist erlaubt, die Werke zu berühren.

Mehr über diese außergewöhnliche Persönlichkeit erfahren Sie auf kunschtplatz.ch