Die Lebensqualität ihrer Einwohner ist seit langem ein zentrales Anliegen der Gemeinde Urdorf. Die Ortspartei der CVP unterstützt dieses Anliegen und organisierte am letzten Samstag einen «Dorfrundgang», eine Gelegenheit für die Bevölkerung, mehr über unser Umfeld in Urdorf zu erfahren. Das Interesse der Einwohner übertraf die Erwartungen: über 50 Personen versammelten sich beim Parkplatz des Restaurants Schwanen. Dort war der Start geplant. Hauptthemen waren die Renaturierung um den Schäflibach und die Dorfentwicklung in Nieder- und Oberurdorf. Kompetente Referenten bereicherten diesen Rundgang mit sehr informativen Ausführungen.

Werner Kunz, (Architekt, Gestaltungsplaner), machte gleich zu Beginn klar, um was es geht: Ein Dorfbild mit seinen Häusern, Bäumen und Gewässern soll Heimat bewirken. Man soll wie bei einer Marke (das heisst auch „Brand“) sagen können, warum man sich mit seinem Dorf identifiziert, warum es einem da wohl ist, warum es einem warm ums Herz wird und man dafür brennt. Er zeigte anhand verschiedener Objekte, was eine Planung alles für Auflagen erfüllen muss, und wie die gewählten Lösungen entstanden sind.

Anschliessend erläuterte Timo Heinisch, (Standortleiter Winterthur Wasserbau und Tiefbau), die Gefahren von Hochwasser und den gesetzlich vorliegenden Auftrag an Kanton und Gemeinden, was zu tun ist. Weil der Bund das regelt, kommt Urdorf auch in den Genuss einer finanziellen Beteiligung von Bund und Kanton. In den Medien sind bereits einige Berichte zum Schäflibach erschienen. Wichtig sind die Querschnitte unter den Brücken, dass nichts staut. HQ100 (wasserbaulich) und HQ300 (Objektschutz) sind die zwei Vorgaben für vorsorgliche Massnahmen. Leute, die schon lange in Urdorf wohnen und gelegentlich im Gebiet des Stockacherbachs (ein Zubringerbach des Schälflibachs) wandern, kennen die grossen Rückhaltebecken der Allmend. Diese sollen in einer viel späteren Phase noch vergrössert werden.

Ausserdem berichtete Danilo Follador, (Gemeinderat Urdorf, Planungs-, Bau- und Umweltvorstand) bei den Informationshalten über die Planungsgremien der Gemeinde. Die Interessen, die von den verschiedenen Bevölkerungsgruppen vertreten werden, sind oft gegensätzlich. Im Leitbild des Gemeinderates werden die verschiedenen Ansichten einander gegenübergestellt und in konstruktivem Gespräch Lösungen gesucht, wo oft jede Seite Kompromisse eingehen muss. Er wies auf die Schwalbennester hin, die sich an der ehemaligen „Milchi“ unter dem Dach befinden. Für diese muss Ersatz gefunden werden, wann das Haus abgerissen und das Areal überbaut wird. Auf der Webseite der Gemeinde oder im Bulletin “Urdorf aktuell“ findet man weitere Informationen.

Beim anschliessenden Apéro auf dem Muulaffeplatz wurde in den angeregten Gesprächen und Fragen sichtbar, dass der Zeithorizont für einige Vorhaben über das von der Gemeinde anvisierte Jahr 2030 hinausgeht. Mit Applaus und einem kleinen Präsent wurden die drei Fachleute gewürdigt.

Walter Trottmann, CVP Urdorf