Die Wirtschaftsparteien SVP und FDP kürzen den Beitrag an die Universität, streichen Stellen im Korps der Kantonspolizei und sparen bei der Schule. Seit Jahren halten sie aber die Steuern für Unternehmer tief mit dem Versprechen, so Wachstum und Wohlstand zu fördern. Die Schieflage der Kantonsfinanzen wird grosszügig den Sozialdemokraten in die Schuhe geschoben. Das ist eine einseitige und falsche Sicht. Tatsache ist auch, dass die Unternehmer zu wenig bezahlen für die Leistungen, die sie vom Staat beziehen. Dazu gehören wertvolle Güter wie Sicherheit, Bildung und Kultur. Die Sozialdemokraten sind Anwälte der Bürger geworden, die von den Unternehmern fordern, die Dienstleistungen der öffentlichen Hand kostendeckend in Anspruch zu nehmen.

Es kann nicht sein, dass sich die Depots der Investoren mit Millionen- bzw. Milliardenbeträgen füllen, währen sich die Staatskassen leeren, aus denen die Bildung der Angestellten, die Sicherheit der Bürger, die nötigen Mittel zur Erhaltung des sozialen Friedens und die Befriedigung kultureller Bedürfnisse finanziert werden.

Nein. Die rechten Wirtschaftsparteien sind keine bürgerlichen Parteien mehr, denn mit ihrem ökonomischen Röhrenblick auf die Bedürfnisse der Unternehmer, d.h. im weitesten Sinne auch der Finanzindustrie, vernachlässigen sie die Rechte und Ansprüche aller Bürger auf eine gerechte Beteiligung am Wohlstand. Damit eines Tages nicht nur die Kinder des oberen Managements die Universität besuchen können, damit nicht eines Tages nur noch Vertreter der Wirtschaftskammer im Stadttheater sitzen, kurz, damit es nicht Bürger zweiter Klasse gibt, darum wählen wir Sozialdemokraten ins Parlament. Sie vertreten die Anliegen aller Bürger und haben darum auch vermehrt Unternehmer in ihren Reihen. Nur wenn wir gemeinsam wachsen, wachsen wir nachhaltig.

Christian und Cornelia Bühler-Valentin.