Eine unerwartet grosse Schar von Eltern und Gästen folgte der Einladung zur Vernissage der grossen Lehmfiguren auf dem Oberkulmer Pausenplatz. Das aussergewöhnliche Projekt der Mittelstufe war auf ein enormes Echo gestossen.

Für den ersten Teil des Eröffnungsakts war die Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Die Zuschauer freuten sich über die perfekt einstudierten Lieder, die von den Erst- und Zweitklässlern mit viel Frische und Beherztheit vorgebracht und mit originellen Kostümen und Requisiten untermalt wurden. Im zweiten Teil der Eröffnungsfeier warteten die Zuschauer gespannt auf die feierliche Enthüllung der Riesenfiguren, welche vor den Blicken geschützt im Zelt auf dem Pausenplatz harrten.

In seiner Ansprache würdigte Schulleiter Pierre Meier das eindrückliche Projekt, das in mancher Hinsicht den gewohnten Rahmen einer Projektwoche sprengte. „Unter dem Motto Versammlung der Tiere haben die 3. bis 6.Klässler zusammen mit fünf Kunstschaffenden vier Fabeltiere zur Welt gebracht. Diese fantasievollen und originellen Lehmfiguren sind langsam gewachsen, haben Tag für Tag mehr Form angenommen und sind uns allen ans Herz gewachsen. Die bis zu drei Meter hohen und fünf Meter langen Objekte wurden ein Teil unseres Schullebens.“ Meier erwähnte auch den Vorfall vor ein paar Tagen, als die drei Meter hohe Eule wegen Feuchtigkeit über Nacht eingestürzt war und sich die Kinder am Morgen schockiert und traurig zeigten. Zum Glück konnte man das imposante Tier wieder aufbauen, sodass es nun rechtzeitig in voller Pracht dasteht.

Nachdem der Vorhang des Zeltes gefallen war, übernahmen die 3. und 4.Klässler das Zepter und bezogen sich mit kurzen, selbst geschriebenen Gedichten auf die kunstfertig verzierten Kreaturen. Das Schlusswort gehörte den beiden projektleitenden Künstlern. Sie erzählten von ihrer spannenden Arbeit mit den Oberkulmer Schülern, lobten das gute Klima der Schule und dankten für die tolle Kooperation auf allen Ebenen.

Die eigentlichen Schöpfer dieser Fabelwesen waren die fünf Kunstschaffenden Tina Z’Rotz, Markus Schwander, Marc Zumstein und die beiden Gehilfen Urs Koch und Martina Ettlin. Z’Rotz und Schwander haben die Idee entwickelt und sie mit den Mittelstufenschülern und ihren Lehrpersonen professionell umgesetzt. Die Künstler verstanden es, die Kinder immer wieder zu motivieren und gut anzuleiten. Das Projekt wurde finanziell von der Kulturstelle des Kantons „Kultur macht Schule“ grosszügig unterstützt. Für alle Schulangehörigen waren es unvergessliche drei Wochen, die den Kindern besonders viel Spass bereiteten. Alle Schülerinnen und Schüler lernten in dieser Zeit, gemeinsam etwas Grosses zu gestalten und ein hoch gestecktes Ziel zu erreichen.

Die Vorbereitungen zum Projekt erstreckten sich über mehrere Monate. Gabi Baumann, Werklehrerin, führte den Umgang mit dem Material sorgfältig und behutsam im Unterricht ein. Jedes Kind hat ein eigenes kleines Kunstwerk geschaffen, das im Foyer des Neudorfschulhauses in einer eindrücklichen Ausstellung präsentiert wurde.

Auch der Kindergarten hat sich in der Projektwoche mit dem Thema Tiere beschäftigt und originelle Tierkostüme gebastelt. Die Produkte wurden in einer kleinen Fotoausstellung gezeigt, und einzelne Kinder erschienen als Tiere verkleidet zum Anlass. Die Kindergärtnerinnen verwöhnten die Gäste zum Abschluss der gelungenen Eröffnungsfeier mit einem Apéro.

Nun können die Kunstwerke noch für eine weitere Woche auf dem Pausenplatz bewundert und von den Kindern sorgsam in Besitz genommen werden. Am Freitag nach Auffahrt müssen die Figuren leider wieder dem Alltag Platz machen und werden abtransportiert. Das vielfältige Projekt und der Kontakt zu den Künstlern aber werden der Schule Oberkulm sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben.

 Pierre Meier