Baselbieter Unternehmer erhielten an der Infoveranstaltung «Energieeffizienz steigern – Kosten senken» am vergangenen Mittwoch einen Überblick, was der im Kanton Basel-Landschaft eingeführte «Grossverbraucherartikel» für sie bedeutet. Die Botschaft war klar: die eigenen betrieblichen Effizienzpotenziale erschliessen und dabei die Kosten dauerhaft senken – das ist eine Chance, die es ohne Zuwarten wahrzunehmen gilt.

Was kann ein Unternehmen zur nationalen Energiestrategie 2050 beitragen? Wie soll es seinen Energiebedarf optimal einsetzen? Wie unterstützen Bund, Kanton und die Wirtschaft dieses Engagement? Zahlreiche interessierte Unternehmer und Energiefachleute fanden sich bei Endress + Hauser (Schweiz) AG in Reinach BL ein, um Impulse für eigene Aktivitäten zu erhalten.

Aeneas Wanner, Präsident der act Cleantech Agentur Schweiz, erläuterte die schweizerische und kantonale Gesetzgebung. Der Grossverbraucherartikel ist bereits in vielen Kantonen in Kraft, in Basel-Landschaft seit anfangs Jahr, Basel-Stadt folgt bald. Der Bund bietet mit der Universalzielvereinbarung in Kombination mit finanziellen Anreizen ein freiwilliges Instrument an, das auch von den Kantonen anerkannt wird. Die vom Bund mandatierte act begleitet Unternehmen bei ihrer Universalzielvereinbarung. Simon Bieri erläuterte das Vorgehen bei einer act-Universalzielvereinbarung und gab einen Einblick in die Vielfalt der Massnahmen.

Messen und Messdaten intelligent zu verarbeiten sind eine wichtige Voraussetzung für die energetische Ist-Analyse in einem Betrieb und um Verbesserungspotenziale zu entdecken. Rüdiger Settelmeyer (Endress + Hauser (Schweiz) AG) veranschaulichte dies anhand einer Energiemonitoring-Software. Thomas Gesierich (EBL) stellte einen Strauss von konkreten Betriebsoptimierungen vor, welche durch tiefe Investitionen und rasche Amortisationszeiten glänzen.

Sehr anschaulich berichteten Thomas Hirschi (Temmentec AG, Kosmetika-Hersteller), Michael Blanck (Baustoff-Spezialist) und Pascal Meury (Endress+Hauser Flowtec AG) aus ihrem Berufsalltag. Dieser praxisbezogene Schlussteil gab den Teilnehmenden Anschauungsbeispiele aus erster Hand. Oft ergeben sich sogar positive Effekte (kürzere Durchlaufzeiten, bessere Auslastung des Maschinenparks, weniger Mannstunden u.ä.), welche sich zusätzlich positiv auf den Betrieb auswirken.

Der kantonale Grossverbraucherartikel darf als Chance gesehen werden, um mit der Ressource Energie sorgsamer umzugehen und Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig senkt der Betrieb seine Energiekosten. Der Bund entlastet im Rahmen einer Universalzielvereinbarung berechtigte Unternehmen mit der Rückerstattung staatlicher Abgaben – eine Win-win-Situation für alle Akteure!