Dorfgeschwätz“ vernahm ich, als ich so vor 44 Jahren mit Frau und Kind nach Frenkendorf kam, dann einfach wissen wollte, was in Frenkendorf los ist. In Basel fand man zu jener Zeit nur schwer eine Wohnung. Bin jemand dann gewesen, der für einige Dorfbewohner mit der Frau einfach ein Fremder war. Und dann hatten wir einen Sohn, der in Frenkendorf eingeschult wurde. Das war schon im neuen Schulhaus Egg. Der Werner Muggli war zu jener Zeit im Gemeinderat, auch ein Nachbar von uns in der Hohlen Gasse. Und oberhalb von unserem Haus wohnte der Ernst Martin, sogar einmal Landratspräsident. Auch der Landwirt Müller, leider schon verstorben, der hat seinen Bauernhof nur einen Katzensprung von uns entfernt. Man lernte dann auch andere Leute kennen. Und dann, ja dann so langsam gewöhnte man sich an das Dorf und die Leute auch an uns. Eine weitere Nachbarin, dies nur nebenbei, die mochte uns, wir sie auch. Heute ist sie 101 Jahre alt, die liebe Frau Hedwig Thommen. Gewiss, leider sage ich, so sind auch viele schon verstorben. Und als einer wie ich, der nicht hier Bürger war, der musste dann auch das Prozedere Einbürgerung hinter sich bringen. Der Bürgerratspräsident war ein Fässler, die zwei anderen Bürgerräte ein Martin und ein Lander. Und so sagte der Fässler dann zu den anderen, auch dies ist ein Banker wie er. Und sagen wir es so, dann war ich einfach ein Frenkendörfer, die Frau, die eine Baslerin war, natürlich auch. So auch der Sohn.

Und dann lebte man sich ein in eine neue Umgebung. Vor allem ich, der früher ein Zigeuner war. Zähle nur stichartig die Orte auf, wo ich überall lebte. Geboren in Gablonz, früher Sudetenland, heute Tschechien, dann ausgesiedelt in einem Viehwagen nach Immichenhain, (Hessen), dann München, dann Memmingen, dann Glasgow als Austausch-Schüler, dann St.Gallen (bei einer Bank), dann Neuchâtel (bei einer Bank), dann London (Sprach-Studium), dann München (Dresdner Bank wegen dem Anrecht auf ein Stipendium), dann Göttingen ( Vorstudium ), dann Hamburg (Studium), dann Frankfurt (Deutsche Bank), dann Basel,  Schweizerischer Bankverein, Kantonalbankenverband und Handwerkerbank, dann Migros Bank (Zürich) und schlussendlich die letzten 20 Jahre Basellandschaftliche Kantonalbank in Liestal. Man machte im Dorf etwas in der Politik wie auch in Funktionen vom Sport. Belassen wir es dabei, soll  nicht heissen, dass Eigenlob stinkt. Gut, so seit einigen Jahren bin ich pensioniert. Ich habe Zeit, gemeinsam mit der Frau, auch Anlässe im Dorf zu besuchen. Dann auch etwas für die Gesundheit zu machen, einfach mit den Felsenheimern  (eine Gruppierung von der Männerriege Frenkendorf) zwei Mal im Monat eine Wanderung. Und auch monatlich dann gemeinsam mit der Frau die Wanderung mit der evangelisch-reformierten Kirche. Ein wenig tätig sind wir auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Und was uns besonders freut, dass viele daran Freude haben. Egal, ob ältere Herrschaften, junge Leute, dann auch einige Vereine, die dadurch in ihrer Arbeit ein wenig gestärkt werden. Und so können wir auch dies als Frenkendörfer Familie  zum Schluss sagen, dass auf der Strasse, in Geschäften, bei Anlässen uns immer mehr Leute grüssen. Wir natürlich auch. Viele wissen ganz sicher auch etwas über uns. Jedoch etwas Bedrückendes habe ich zum Beispiel darin nicht gefunden. Die Frau sicher auch nicht.  Einfach sich freuen, so sage ich allen, wenn man in einem Dorf wie Frenkendorf leben darf.