Dies mit dem Blick von Frenkendorf am 30.10.2016

Liestal – mittendrin

Das lese ich als Frenkendörfer über Liestal. Sage nur dies, doch schön, dass wir Nachbarn sind. Dies lese ich von Lukas Ott, Stadtpräsident Liestal, Vorsteher Departement Finanzen und Einwohnerdienste

„Liestal – mittendrin.“ Durch dieses Motto wird Liestal treffend charakterisiert. Es bringt unsere gelebte Offenheit und unser Selbstverständnis als Brückenbauer und Kooperationspartner zum Ausdruck – als Knotenpunkt einer mobilen Gesellschaft und als wichtiger Arbeitsplatz- und Wirtschaftsstandort in der Nordwestschweiz. Obwohl vermutlich einiges älter, wurde Liestal erstmals 1189 urkundlich erwähnt. Beim oft zitierten Erstbeleg Liehstal von 1189 dürfte es sich nach neueren Erkenntnissen um ein gefälschtes Dokument aus späterer Zeit handeln. Für die Erklärung des Ortsnamens gibt es verschiedene Hypothesen: Liustatio, römischer Wachtposten zum Schutz der Strasse; Lucistabulum, Haus eines römischen Siedlers namens Lucius; Liubherestal, der Besitz eines Alemannen namens Liubirih; Lieschtal, der Ort, wo Liesche (Riedgras) wächst, wie zum Beispiel in der sumpfigen Gegend des späteren Weihers.

Die Gegend von Liestal war schon in vorrömischer Zeit besiedelt. Die römische Villa in Munzach und die römische Wasserleitung, die im Heidenloch und an der oberen Burghalde sichtbar ist, bilden gesamtschweizerisch bedeutende römische Bauwerke. Das Geviert des Kirchhofes geht mit grösster Wahrscheinlichkeit auf ein spätrömisches Kastell aus dem 4. Jahrhundert zurück. Seine Entwicklung verdankt Liestal seiner verkehrsgünstigen und strategisch wichtigen Lage an der Strassengabelung zu den beiden Hauensteinpässen.

Einmaliger und unbestrittener Höhepunkt der «Lieschtler Fasnecht» ist und bleibt der «Chienbäsen-Umzug» am Fasnachtssonntagabend um 19.15 Uhr. Hell auflodernde Kienbesen, das sind gebündelte Föhrenscheiter, die wie ein Besen um eine dicke Buchenstange herum befestigt sind, werden auf den Schultern durch die verdunkelte Altstadt getragen. Dazwischen folgen einige funkensprühende, meterhohe Flammen aufwerfende Feuerwagen, welche die Fassaden der Rathausstrasse in ein infernalisches Licht tauchen. Unmittelbar diesem urtümlich wirkenden Feuerbrauch voraus geht seit wenigen Jahrzehnten ein nächtlicher Umzug der Trommler und Pfeifercliquen mit ihren erleuchteten Fasnachtslaternen.