Eine interessierte Runde aus den Reihen der Grünen Liestal fand sich kurz vor dem Bündelitag zusammen, um mit Lukas Ott Bilanz über sein erstes Amtsjahr als Stadtpräsident von Liestal zu ziehen. Im Sitzungsraum des Stadtrats zeigte Lukas Ott während anderthalb Stunden auf, welche „Baustellen“ in Liestal auf seiner Traktandenliste stehen.

Seine Ausführungen illustrierte Lukas Ott anhand von aussagekräftigen Fotografien der betreffenden Orte. Dabei bestätigte sich bei den Zuhörenden der Eindruck eines Stadtpräsidenten, der die Geschehnisse in seiner Stadt feinfühlig wahrnimmt und systematisch an Probleme herangeht. Das übergeordnete Ziel von Lukas Ott ist, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Liestal zu fördern. Beispielsweise durch die Förderung von Wohnraum im Stadtzentrum: als Kleinstadt mit der höchsten Pendlerrate der Schweiz (8600 Personen kommen täglich nach Liestal) mit einer gleichzeitig sehr tiefen Leerwohnungsquote soll mehr Wohnraum nahe des Stedtli geschaffen werden.

Lukas Ott schaut auf ein produktives Jahr zurück, was laut ihm auch darauf zurückzuführen sei, dass die Mitglieder des Stadtrats bereit gewesen seien für einen Wechsel und jetzt dementsprechend mitzögen. In diesem ersten Amtsjahr hat er vor allem das Ziel angepackt, Liestal von seinen Altlasten zu befreien- allen voran der Bahnhof. Zahlreiche Projekte rund um den Bahnhof werden bis 2025 zu einer umfassenden Neugestaltung führen. Eine neue Velostation wird den Bewohnern und Bewohnerinnen auf der Südseite des Bahnhofs die sichere Unterbringung ihres Fahrzeugs ermöglichen. Im neuen Bahnhofgebäude von etwa 12‘000 Quadratmetern wird die Kantonsverwaltung einziehen, wodurch sich mitunter der Durchgangsverkehr im Stedtli reduzieren wird. Ein Wendegleis gegen das Stedtli hin, welches im Viertelstundentakt Verbindungen nach Basel bietet, soll die Attraktivität Liestals als Wirtschafts- und Bildungsstandort erhöhen. Ein viertes Gleis auf der Südseite soll den Bahnverkehr in der Region verflüssigen und pünktliche Verbindungen gewährleisten. Schlussendlich wird auf dem Bahnhofareal auch Wohnraum entstehen, was der aktuell festzustellenden Tendenz zur Verwahrlosung auf dem Bahnhofplatz entgegenwirken soll.

Sein Amt als Stadtpräsident nimmt Lukas Ott mitunter als sehr herausfordernd wahr. Die Erwartungen von aussen seien gross. Er hat aber im vergangenen Jahr positives Feedback von verschiedenen Seiten erhalten, was seine Motivation gestärkt und seinen Kurs bestätigt habe.