Am Samstag, 8. Oktober 2016 mussten 30 Mitglieder des Vereins für Pilzkunde Schlieren früh aus den Federn, denn bereits um 6.30 Uhr war in Schlieren Abfahrt Richtung Kroatien. Klaus, unser Chauffeur, lenkte unseren Reisebus souverän durch die vorerst noch finstere Gegend. Wie für viele andere endete auch für uns die zügige Fahrt vor dem Gotthardtunnel. Der Stau hielt sich jedoch in Grenzen und bald ein­mal hiess es „freie Fahrt“ Richtung Süden. Nach 12 Stunden Busfahrt kamen wir in Rabac (Istrien), beim Ho­tel Narcis – unserem Reiseziel – an.

Bereits am Sonntag frönten wir das erste Mal unserem Hobby. Zusammen mit Mitgliedern eines ein­heimischen Pilzvereins gingen wir auf Pilzsuche nach Gorski Kotar, ein Gebiet im nordöstlichen Teil von Kroatien. Die Pilzfunde hielten sich in Grenzen, genug jedoch für unsere Pilzexperten um uns kom­pe­tente Erklärungen weiterzugeben.

Am Montag fiel die Fahrt zur Insel Cres buchstäblich ins Wasser, dies aufgrund der schlechten Witte­rung. Unsere Reiseleitung zauberte innert Kürze ein Ersatzprogramm aus dem Hut: Wir besuch­ten die Tropfsteinhöhlen in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna. Im dortigen Karstgebiet befinden sich die zweitgrössten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Der zugängliche Teil um­fasst über 20 km an Höhlengängen und wird zum Teil mit einem Zug befahren.
Das Trüffel-Mittagessen, mit welchem wir auf der Rückfahrt unseren Ausflug beendeten, war ein kulina­rischer Höhe­punkt.

Dienstag und Donnerstag waren wieder unserem Hobby gewidmet. Die zweite Pilzexkursion führte uns in  westlicher Richtung in die Gegend von Umag. Die dortigen Wälder liegen unweit der Adria-Küste.
Die dritte und letzte Exkursion fand im Gebiet um Rabac statt.  Auch hier waren die Pilzernten eher be­schei­den. Umso mehr freuten wir uns über die vereinzelten Funde von Kaiserlin­gen die un­sere Herzen merk­lich höher schlagen liessen. Der Kaiserling (Amanita caesarea) ist eine Pilzart aus der Familie der Wulstlingsverwandten (Amanitaceae), der schon seit der Antike den Ruf eines ausserge­wöhnlich wohl­schme­ckenden Speisepilzes geniesst. Der fröhliche Donnerstagnachmittag, wel­chen wir nach der ausgiebi­gen und interessanten Pilzbestim­mung in einer familiären, gemütlichen Konoba verbrachten, wird allen Teil­nehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Am Mittwoch konnten wir bei schönstem Wetter den Ausflug auf die Insel Cres nachholen. Hier hat­ten wir Zeit zum Entspannen und die Mak­relen zu geniessen, welche auf dem Schiff zubereitet wur­den.

Freitag – unser letzter Ferientag in Kroatien. Zuerst besichtigten wir das römische Amphi­theater in Pula. Dieses ist mit einer Kapazität von 23.000 Besuchern das sechstgrösste seiner Art. Erbaut wurde es in den Jahren 2 v. Chr. bis 14 n. Chr. unter Kaiser Augustus.
Anschliessend ging die Fahrt weiter nach Ro­vinj. Wir genossen es durch dieses malerische Städtchen zu schlendern und in einem der vielen kleinen Hafenbistros ein letztes Mal ein Glas Malvasia zu trin­ken.

Am Samstagmorgen, um 8 Uhr verliessen wir Rabac in Richtung Schweiz. Ähnlich wie bei der Hinfahrt verlief die Rückfahrt durch Kroatien, Slowenien, Italien und die Südschweiz reibungslos – erst einige Kilometer vor dem Gotthard-Südportal begann die „Stop-and-Go-Phase“.
Glücklich und zufrieden erreichten wir schlussendlich gegen 20 Uhr Schlieren. Ein äusserst interessanter Vereinsausflug ging zu Ende, der Reiseleitung gebührt ein grosses Dankeschön!

Schlieren, 18.10.16 / Robert Bickel