Um 9.00 Uhr war der Treffpunkt am Donnerstag, den 16. Juli 2015, wo sage und schreibe 49 Senioren und Seniorinnen einfach neugierig waren, was der Präsident vom Seniorenverein Frenkendorf-Füllinsdorf und Umgebung alles über die Geschichte vom Schönthal zu erzählen weiss. 

Gut, zunächst ist angebracht, dass man erwähnt, dass Frenkendorf und Füllinsdorf eine sehr enge Nachbarschaft pflegen. Wir gehen noch kurz später darauf ein. Einerseits hatte es ganz früher in der Talsohle von Füllinsdorf nicht nur den Ackerbau, nein auch die Möglichkeit zur Nutzung der Wasserkraft. Die Ergolz fliesst ja durch Füllinsdorf. Und schon 1373 wird eine „Müli zu Fülisdorf“ erwähnt, welche den mittleren der drei Ergolz-Wasserfälle zwischen Liestal und Augst nutzte. 

Gehen wir jedoch zum Schönthal zurück, so wurden erstmals im Jahre 1710 die Eisenindustrie im Schönthal erwähnt. Dann war etwas ganz Spezielles die Florettspinnerei in Füllinsdorf. So sagt man, dass rund 100 Jahre das Leben weitgehenst von dieser Fabrik bestimmt wurde. Mit anderen Worten, so waren die Einwohner (auch einige von Frenkendorf und nicht nur von Füllinsdorf) in vielen Teilen abhängig vom Wohlwollen dieser Fabrikherren. Darüber konnte Urs Burkhart jetzt so einige Müsterchen erzählen. 

Gehen wir nicht zu stark in die Details, denn darüber könnte man Bücher schreiben. Nennen wir nur die Orte, wo wir stehen blieben und dem Urs Burkhart aufmerksam zuhörten. Kirchgemeindehaus, dort schwelgte er aus der Zeit der Schule und auch vom Fussball. Dann weiter das Milchhüsli. Richtig, das gab es zu jener Zeit, wo auch der Urs Burkhart sich ein paar Groschen bei der Mithilfe verdienen konnte. Dann weiter zur Bibliothek wie auch zur Gashütte, von der hätten einige Anwesende so einiges berichten können. Und so ging man dann sogar in Richtung Liestal, wo es einen Bauernhof hatte, welcher anscheinend auch seine Geschichten zu erzählen hätte. Wir standen im Schatten bei der heutigen Ergolz Klinik, die schon auf dem Boden von Liestal ist. Und danach gingen wir zu der Motorfahrzeugkontrolle, wo dann über die Familie Merian und die Villa von Planta so einige Geschichten zu vernehmen waren. Speziell erwähnte Urs Burkhart dies, dass die damaligen Partrons von der Floretti wahrlich für die Menschen in allen Formen als Arbeitgeber sorgten. Man hatte seine Betriebs-Wohnung, seinen Garten, ja sogar die Möglichkeit zum Baden war vorhanden. In der damaligen Zeit hatte man kein Bad und auch keine Dusche in der Wohnung. Dann natürlich so einige Anekdoten von Menschen, heute sagt man Urgesteine, in diesem Quartier. Dr Madöri Traugi ist der Schuhmacher gewesen und natürlich gäbe es über ihn auch so einiges zu berichten. Und am Schluss dann zum Migros Einkaufszentrum, wo früher das Lange Haus stand. Das waren früher die Wohnungen der Arbeiter mit ihren Familien.  Und als dann das „Aus“ kam von der Floretti, war dies für viele das Ende vom Arbeitsplatz. Und natürlich auch das soziale Verständnis von so einer Arbeitsstätte in der damaligen Zeit. 

Und zum Schluss  ging es noch ins Restaurant Pizzeria Schönthal, wo man etwas trank und zu sich nahm. Auch konnte man noch die Bilder vom Schönthal aus alten Zeiten bestaunen. 

Wie wichtig das Industiegebiet von Füllinsdorf im Bewusstsein der Region war, zeigt uns auch die Namensgeschichte der Eisenbahnstation, die dieses Gebiet erschloss. 1854 hiess die Station noch „Niederschönthal“. Sie lag jedoch auf Frenkendörfer Boden. Heute ist sie uns bekannt als Bahnhof Frenkendorf-Füllinsdorf. Wir müssen hier nicht gross erwähnen, dass heute Frenkendorf und Füllinsdorf in der Bevölkerung stark gewachsen sind. Gewiss, so arbeiten heute viele Leute von beiden Dörfern vor allem in Basel und Liestal wie auch in anderen Orten von unserer Region. Man sagt auch, dass viele Pendler sind. In Füllinsdorf und Frenkendorf hat es jedoch auch Firmen wie auch das Gewerbe, die Arbeitsplätze schaffen. Frenkendorf bietet über ca. 1600 Arbeitsplätze in Gewerbe, Handel und Industrie. Auch Füllinsdorf darf für sich beanspruchen, dass es sehr viele Arbeitsplätze zu bieten hat. Mit anderen Worten, so kann man heute beide Dörfer nicht als reine Schlafstätte nur bezeichnen. Zwei lebendige Gemeinden, die viel dazu beitragen, dass Menschen hier glücklich sind. Auch das hat man verstanden, „Zugezogene wie auch alt Eingesessene“ zu einer Gemeinschaft zusammen zu bringen. Vor allem die orstansässigen Vereine spielen hier zum Gelingen eine wichtige Rolle, dass Menschen, egal, ob hier geboren oder auch wo anders, sich verstehen.