«Seit 17 Jahren ist es das Ziel, einmal in den Finalspielen zu stehen, und jetzt ist es das erste Mal gelungen», sagte Trainer Philippe Jäggi vor dem dritten Spiel der Gekkos gegen die Novaggio Twins aus Malcantone, einem Tal oberhalb Luganos. Jäggi spielte selber viele Jahre für die Gekkos und teilt sich nun das Traineramt mit Yvan Herren. Einen Aufstieg in die NLA habe er sich eigentlich nie so recht vorstellen können. «Aber jetzt, da wir im Final stehen, wollen natürlich versuchen, jedes Spiel zu gewinnen.»

Dass es schwierig werden könnte, war allen Gekkos bewusst. Die beiden ersten Begegnungen der Best-of-5-Serie waren im Tessin mit 3:6 und 3:7 verloren gegangen. Während die Regenwolken bedrohlich aufzogen, blieb den Platzherren am Samstagnachmittag noch genügend Zeit, das Herbstlaub vom Spielfeld zu wischen, weil einer der Schiedsrichter seinen Helm vergessen hatte und Ersatz organisiert werden musste.

Gekkos waren nicht bereit

Als es dann endlich losging, waren die Gekkos aber trotz der Verspätung nicht bereit. Sie liessen sich zu leicht ausspielen und schon hiess es 0:1. Ein Glückstreffer bedeutete zwar sofort das 1:1, aber ein schöner weiterer Spielzug und die Tessiner lagen schon wieder in Führung. Beim Ausgleich stand wieder der Zufall Pate und nach dem 2:2 fanden dann endlich auch die Gekkos zu ihrem Spiel.

In den ersten beiden Dritteln zeigte Novaggio das gepflegtere Spiel und legten immer wieder vor. Beim Stand von 4:6 konnten die Gekkos in der 31. Minute von einem doppelten Ausschluss profitieren – oder eben gerade nicht: Beinahe wäre nämlich den Tessinern sogar ein Shorthander zum dann wohl entscheidenden 4:7 gelungen.

Das Feuer loderte erneut auf

Doch immer dann, wenn man meinen konnte, nun sei die Glut bei den Gerlafingern erloschen, loderte das Feuer erneut auf und der Anschlusstreffer sorgte wieder für Hochspannung. Im Schlussdrittel kämpften die Gekkos fantastisch und sie dominierten deutlich. «Wir schaffen das», sagte eine jugendliche «Angela Merkel» drei Minuten vor Schluss, nachdem Patrick Rolli gerade das 6:7 erzielt hatte. Die Gerlafinger «Kanzlerin» sollte aber nicht recht bekommen. Die Gekkos versuchten zwar nochmals alles und zogen ein Powerplay ohne Goalie auf, bis den Tessinern mit dem 6:8 ins leere Tor die definitive Entscheidung gelang.

«Wir haben zwar alle drei Finalspiele verloren, aber wir spielten jedes Mal auf Augenhöhe mit dem Gegner», zog Trainer Philippe Jäggi eine positive Bilanz. «Unser Saisonziel war es, uns für den Final zu qualifizieren, und somit dürfen wir zufrieden sein.» Während die Tessiner im einsetzenden Regen ihren Aufstieg ausgiebig bejubelten, brauchten die Gekkos ein paar Minuten, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Doch dann feierten auch sie den Abschluss einer ausgezeichneten Saison, der nur die Krönung fehlte.