Auf der topmodernen 50-m-Anlage Rüteli in Muhen lieferten sich die besten Aargauer Kleinkaliber-Gewehrschützen während dreier Tage spannende und hochstehende Duelle um die Aargauer Meistertitel. Bei der Elite überzeugte Rafael Bereuter sowohl im Dreistellungsmatch wie im Dreistellungsfinal.

In der Qualifikation nahm er die Herausforderung der Routiniers Jürg Luginbühl und Rolf Denzler an. Nach je 40 Kniend- und Liegendschüssen lagen die deutlich älteren Herausforderer nur einen Zähler hinter dem Favoriten. Dieser zeigte seine Klasse stehend und distanzierte die beiden Verfolger deutlich.

Rafael Bereuter unantastbar

Nach dem 120-Schuss-Marathon folgte der Final über 45 Schüsse. Bereuter legte kniend sofort vor, während Luginbühl und Denzler harzig begannen. So liebäugelte Titelverteidigerin Christiane Keller bis zu den Stehendschüssen mit einem Podestplatz.

Dann brach die Oberentfelderin ein. Luginbühl korrigierte seinen Fehlstart und distanzierte Denzler stehend klar. Im Kampf um den Titel kam Luginbühl aber nicht mehr an Bereuter heran, der stehend zu solid schoss.

Roland Brands erster Titel

In der Liegendkonkurrenz sorgte Roland Brand mit seinem ersten Aargauer Meistertitel für eine kleine Überraschung. Der Suhrer ist ein sicherer Wert für Finaldurchgänge, aber der souveräne Titelgewinn überraschte selbst ihn. Als Sechster der Qualifikation lief der Final von Beginn weg für ihn.

„Ich liebe es, wenn die Sonne auf die Scheibe scheint“, erklärte er zu den Bedingungen. „Ich hatte mir allenfalls eine Medaille erhofft, aber nie mit dem Sieg gerechnet.“ Dahinter bestätigte Luginbühl seine Kämpferqualitäten. Mehrmals nahe am vorzeitigen Ausscheiden, fightete er sich bis ins Duell gegen Brand durch, musste aber die Treffsicherheit des Suhrers an diesem Tag akzeptieren.

Luginbühl zum dritten Mal Ü35-Meister

Am ersten Meisterschaftstag war Luginbühl im zweistelligen Ü35Wettkampf der dritte Sieg bei der dritten Austragung gelungen. Der für Villmergen schiessende Othmarsinger hielt im Final Klubkollege Rolf Denzler dank starkem Beginn liegend auf Distanz. Der zehn Jahre ältere Hallwiler steigerte sich kniend, doch Luginbühl liess ihn nicht vorbeiziehen.

„Die ständige Führung war nicht einfach. Aber ich konnte mich auf meine Technik verlassen“, liess der erfolgreiche Titelverteidiger durchblicken, dass er mit seinen Nerven zu kämpfen hatte. „Manchmal schoss ich etwas zu schnell, aber ich habe meinen Ablauf. Zu Beginn passte es nicht“, haderte Denzler mit seiner Liegendbaisse.

Mit dem Aargauer Meisterschaftswochenende war der 54-jährige Seetaler jedoch sehr zufrieden: „Der Verband hat ein neues Medaillensujet herausgegeben, und ich habe als erster einen ganzen Satz davon gewonnen. Super!“

Starker weiblicher Nachwuchs

Die Zukunft im Aargauer 50-m-Schiesswesen präsentiert sich weiblich. Sowohl die Dreistellungskonkurrenz wie der Kampf um den Liegendtitel war beim Nachwuchs klar in Frauenhand. Vanessa Zürcher liess sich nach dem klaren Qualifikationssieg im Final durch einen schwachen Liegendbeginn nicht aus der Ruhe bringen.

In der Schlussphase traf die 17-jährige Mettauerin stehend am besten und verwies Jasmin Jacquat und Patrick Gütiger deutlich auf die Podestnebenplätze. Im Liegendwettkampf überraschte Cristina Krauer. Nach schwachen ersten fünf Schüssen wurde die 17-jährige Nesselnbacherin im Verlaufe des Finals immer stärker.

Die Freiämterin liess sich im engen Dreikampf um die Medaillen nicht verrückt machen. Zuerst qualifizierte sie sich im Shootoff gegen Adrian Ackermann für die letzten zwei Schüsse um Gold gegen Marion Obrist. Dann verwandelte Krauer einen Rückstand von 0,4 in einen Vorsprung von 1,0 Punkten.