14 Siege, 3 Unentschieden, 8 Niederlagen – 31 Punkte. Das ist die Bilanz des TVS in der Saison 2017/18. Je nachdem, wie das Spiel am kommenden Samstag gegen Siggenthal ausgeht, könnte sogar noch ein Sieg dazukommen.

In diesem Fall würden die Solothurner einen neuen Punkterekord in der jüngeren TVS-NLB-Geschichte erreichen. Im letzten Jahr schlossen die Ambassadoren die Saison auf dem fünften Rang ab und erspielten sich insgesamt 32 Punkte.

Während es im letzten Spiel für den feststehenden Absteiger Siggenthal nur noch um Ruhm und Ehre geht, hat der TV Solothurn also noch ein Ziel vor Augen.

Kein überzeugender Auftritt im Hinspiel

Im Hinspiel konnten sich die Solothurner mit einem 23:19-Erfolg beide Punkte sichern. Doch wirklich überzeugend war dieser Auftritt gegen das schon damals in der hinteren Tabellenregion platzierte Siggenthal nicht.

Und mit dem nun erreichten dritten Tabellenplatz und mit der Ziellinie in Sichtweite dürfte auch bei den Mannen von Trainer Marco Kurth eine gewisse Anspannung weg sein.

Das kann einerseits dazu führen, dass die Mannschaft befreit aufspielen kann, es birgt aber auch die Gefahr, bereits mit der Saison abgeschlossen zu haben und die erforderliche Leistung nicht mehr abrufen zu können.

Ausgeglichenes Team als Schlüssel zum Erfolg

Es ist zu erwarten, dass sich Siggenthal trotz Abstieg – oder gerade deswegen – gebührend aus der NLB verabschieden will und deswegen noch einmal alles aus sich heraus holt.

Nach zuletzt sieben Niederlagen in Folge sind die Aargauer sicherlich erpicht, die Saison mit einem kleinen Achtungserfolg gegen den Dritten abzuschliessen. Der letzte Sieg von Siggenthal datiert nämlich auf Ende Februar.

Für Solothurn ist das letzte Saisonspiel vor allem ein Schaulaufen vor heimischem Publikum. Mit dem dritten Tabellenplatz hat die Mannschaft von Spielertrainer Marco Kurth die Erwartungen meilenweit übertroffen.

Kleinstes Budget und trotzdem erfolgreich

Für den Verein mit dem kleinsten Budget der Liga, für die Mannschaft, die sich zu einem grossen Teil aus jungen Talenten zusammensetzt, und für die Signalwirkung in der Region ist dieser Erfolg nicht hoch genug einzuschätzen.

Ausser dem früheren NLA-Spieler und Internationalen Marco Kurth hatte das Team des TV Solothurn keine «Shooter», die vorne in der Torschützenliste vertreten sind.

Die Solothurner konnten dies als Mannschaft auffangen, indem die Tore über den gesamten Kader gut verteilt sind. Jeder Spieler des TV Solothurn – inklusive der beiden Torhüter – hat in dieser Spielzeit mindestens einen Treffer erzielt.

Die beste Verteidigung der Liga?

Und dann ist da natürlich noch die Paradedisziplin der Aarestädter, die Verteidigung. In bisher 25 Spielen liessen die Solothurner nur gerade 616 Gegentreffer zu, ein Schnitt von weniger als 25 Treffern.

Mit dem unangefochtenen Leader RTV Basel (620) und dem TV Möhlin (635) schaffen es nur zwei Konkurrenten annähernd an diese Marke. Somit kämpft der TVS im letzten Spiel am kommenden Samstag gegen Siggenthal nicht nur um den Punkterekord, sondern auch darum, Ende der Saison die beste Verteidigung zu stellen.

Dies wäre ein Achtungserfolg für den Solothurner Abwehrchef Martin Beer, der seine Arbeit meist weit weniger öffentlichkeitswirksam verrichtet als die Toptorschützen.

Beste Verteidigung ist Pendant zur Torschützenkrone

Während der gesamten Saison organisierte der Hüne die TVS-Defensive und hielt sie auch in schwierigen Spielen zusammen. Nicht nur einmal verlieh ihm deshalb Handball-Fachmann Marco Kurth das Prädikat «bester Abwehrspieler der NLB.»

Am Saisonende die beste Verteidigung zu stellen, ist für einen Abwehrspieler quasi das defensive Pendant zur Torschützenkrone. So bleiben für den TV Solothurn trotz bereits übertroffenen Saisonzielen noch genug Gründe, auch im letzten Spiel noch einmal alles aus sich heraus zu holen, zumal die Partie als Abschluss noch vor eigenem Publikum stattfindet.