Innerhalb von nur sieben Tagen treffen sie zweimal auf Volero Zürich, einmal auf die rumänische Spitzenmannschaft Stiinta Bacau und einmal auf Franches Montagnes. Los geht es diesen Sonntag im Löhrenacker mit dem NLA Spitzenspiel gegen Volero Zürich (17.00 Uhr), gefolgt vom Europacup-Heimspiel gegen Bacau am Mittwoch, 24. Januar 2018 (19.00 Uhr).

Am 15. Oktober letzten Jahres gewann Sm’Aesch Pfeffingen das erste Wettbewerbsspiel mit dem neuen Trainer Andi Vollmer. Zur Erinnerung: Der VBC Cheseaux wurde damals mit 3:0 bezwungen, es war der erste Spieltag der Saison 2017/18 in der NLA der Frauen. Was weit entfernt scheint, ist in Tat und Wahrheit erst drei Monate her.

In dieser kurzen Zeitspanne von knapp 100 Tagen hat SMAP in den drei Wettbewerben bereits 21 Spiele ausgetragen. Will heissen: die Baselbieterinnen standen seit Saisonbeginn jeden vierten Tag wettkampfmässig auf dem Spielfeld…

…und das mit beachtlichem Erfolg. Trotz des kleinen Kaders von nur zehn Spielerinnen hat das Team aus Aesch nur dreimal verloren, wobei aus Distanz betrachtet nur die beiden Meisterschaftsniederlagen gegen Kanti Schaffhausen kurz vor und gegen Volero kurz nach der Winterpause schmerzten, nicht aber das 1:3 aus dem Heimspiel im CEV Challenge Cup gegen Mladost Zagreb, weil danach das Rückspiel in Kroatien mit einem sensationellen 3:0-Sieg für SMAP endete.

Andi Vollmer: «Wir sind nur in einem Spiel Favorit.»

Jenem Exploit vom 10. Januar haben es die Baselbieterinnen zu verdanken, dass sie kommenden Mittwoch, 24. Januar, abermals zu einem internationalen Spiel antreten können, jetzt in den Achtelfinals.

Gegner in der 2. Runde des CEV-Cups wird dann Stiinta Bacau, aktuell Meisterschaftsdritte in der starken rumänischen Liga, sein. Die Rumäninnen hatten in der ersten Runde Azerrail Baku aus Aserbaidschan eliminiert und sind im Vergleich mit SMAP zu favorisieren.

Das sieht auch Trainer Andi Vollmer, mit seinem riesigen Enthusiasmus, Engagement und Fachwissen, ein entscheidender Faktor der aktuellen Erfolge, so: «Zumindest auf dem Papier sind wir tatsächlich nur gegen Franches Montagnes in der Favoritenrolle. Aber das heisst nicht, dass das an unserem Ehrgeiz und unserem Ziel auch in den anderen Spielen etwas ändert.»

Vollmer stuft den rumänischen Gegner noch klar höher ein als der letzte Gegner aus Zagreb: «Wir erwarten eine eingespielte, erfahrene Mannschaft mit viel Selbstvertrauen, die auch ganz gut sichtbare Freude am Spiel ausstrahlt.» 

Die wohl spannendste Persönlichkeit des rumänischen Clubs aus dem Nordosten des Landes dürfte Florin Grapa sein. Der heute 63-jährige Volleyballlehrer trainiert Stiinta ohne Unterbruch seit rund 30 Jahren und wird deshalb in seiner Heimat gerne «Alex Ferguson von Bacau» genannt.

Er hat «seinen» Verein zu vier rumänischen Meistertiteln und fünf Cupsiegen geführt. Und wenn die Google-Übersetzungsmaschine nicht völlig in die Irre geführt hat, was erfahrungsgemäss durchaus passieren kann, dann soll Florin Grapa gemäss einem im Internet ausgegrabenen Artikel in einer rumänischen Zeitung in all diesen Jahren kein einziges Training verpasst «und mit seiner Frau nur einmal in dieser Zeit für eine Woche in Urlaub gefahren sein.» 

Spitzenspiel gegen Volero an diesem Sonntag

Auch am kommenden Sonntag, wenn die Vier-Spiele-Woche beginnt, ist Sm’Aesch Pfeffingen der Aussenseiter. Schliesslich wird dann der Schweizer Serienmeister der letzten Jahre und aktuelle Leader dieser Meisterschaft in die Löhrenackerhalle kommen.

Volero, bisher von SMAP einmal besiegt und einmal unterlegen, führt nach zwei Dritteln der Qualifikation die Meisterschaft mit zwei Punkten Vorsprung auf Andi Vollmers Team an – im optimalen Fall könnte Sm’Aesch Pfeffingen also am Sonntagabend wieder Leader sein.

Dass dies allerdings alles andere als einfach sein wird, muss kaum mehr erläutert werden. Zu klar sind die «Noch-Zürcherinnen» in jedem nationalen Spiel die Favoritinnen. Umsonst wird man schliesslich nicht innert 13 Jahren (seit 2005) zwölfmal Schweizer Meister.

Sollte Volero auch 2018 den Schweizer Meistertitel holen, wird das allerdings das Ende der Serie sein, denn Clubpräsident Stav Jacobi hat sich vor kurzem zu einem ebenso spannenden wie aussergewöhnlichen Schritt entschieden.

Er plant, mit dem Profiteam von Volero nach Südfrankreich zu dislozieren, dort den Verein Le Cannet zu übernehmen und in der obersten französischen Liga auf höherem und vor allem ausgeglichenem Niveau spielen zu können.

Auch im Cup gegen Volero

Die spannende Vier-Spiele-Woche wird SMAP am Sonntag, 28. Januar 2018, erneut mit einem Match gegen Volero abschliessen – dann in den Viertelfinals des Schweizer Cups, dann auswärts in der Sporthalle im Birch in Zürich.

Für Andi Vollmer ist dieser Match auf eine Art fast der Wichtigste dieser fetten Woche: «Nimmt man die Tabelle der NLA zum Massstab, ist das wie ein vorgezogener Final. Und wer diesen Viertelfinal gewinnt, hat dann schon gute Chancen, auch den Wettbewerb zu gewinnen, denn eines ist klar: Nach diesen Viertelfinals sind aus dem derzeit führenden Trio im Schweizer Frauen-Volleyball zwei ausgeschieden: Volero oder wir sowie Düdingen, das schon die Runde zuvor gescheitert ist.» 

Am Tag vor diesem Cupknüller, am Samstag, 27. Januar 2018, steht das Meisterschaftsspiel gegen Franches Montagnes in der Löhrenackerhalle auf dem Programm – das einzige der vier kommenden Spiele, in denen Andi Vollmers Team Favorit sein wird. Aber klar ist: Für den Trainer ist nicht «nur» in diesem Match eine positive Leistung und ein positives Resultat das Ziel.