Mit dem Referat über die Notfallvorsorge vom Kernkraftwerk Gösgen sprach Thomas Bichsel die Anwesenden an. Für die Einwohner der umliegenden Gemeinden vom Kraftwerk konnte der Referent ein sicheres Gefühl vermitteln, was die Vorsorge in einem Notfall sowie den täglichen Betrieb der Anlage anbelangen. Seit 2014 ist Thomas Bichsel Notfallbeauftragter vom Kernkraftwerk Gösgen. Er erläuterte unter anderem das Verteilen der Jodtabletten, die betriebliche und technische Vorsorge sowie Vorgaben, welche dem Kraftwerk auferlegt wurden. Die Prioritäten bei der Problembehebung bei einem Ereignis liegen zuerst bei der Bevölkerung, Umwelt, Personal und schliesslich bei der Anlage selbst.

Thomas Bichsel zeigte anhand Beispielen auf, wie hoch die Strahlenbelastung zustande kommt und in welchem Ausmass jeder und jede davon betroffen ist. Zum Erstaunen so mancher konnte er mit eigenen Messungen belegen, dass die Strahlenbelastung während eines Fluges von Zürich nach Tschernobyl höher war, als der eigentliche Besuch vom ehemaligen Reaktor, welcher 1986 beschädigt wurde.

Die technischen Vorgaben von dazumal sind mittlerweile veraltet. Der Bund gibt den Betreibern der Kraftwerke vor, dass sie diese mit den heutigen technischen Möglichkeiten und Erfahrungen erneuern müssen. Dies führt laut Thomas Bichsel dazu, dass die Schweizer Kraftwerke auf einem Stand sind, der nahezu neuen Anlagen gleicht.

Die Notfallorganisation vom Kraftwerk Gösgen kann in einem Ereignisfall ohne weiteres mehrere tausend Leute beanspruchen. Nebst technischen Geräten, welche im Notfall bereits am Platz stehen, an welchem sie zum Gebrauch erwartet werden, wurden auch Pläne ausgearbeitet, die das Personal organisieren. Eine Kernschmelze beispielsweise dürfte übere mehrere Jahre die Bevölkerung beschäftigen. So sind besonders unittelbar während dem Ereignis genügend Kräfte notwendig, welche im Schichtbetrieb arbeiten müssen. Bei einer gross angelegten Übung im Jahr 2015 waren so über 2000 Personen integriert.

Zum Abschluss beantwortete Thomas Bichsel die Fragen aus dem Plenum. Dabei erläuterte er, wie es zu einer Kernschmelze kommen kann, wie er sich bei einer Notabschaltung fühlte und wie sein Arbeitsaltag aussieht. Die Antworten zu den Fragen lassen wir hier offen, mit der Absicht, dass Sie beim nächsten spannenden Referat gleich selbst dabei sind und mit uns im Anschluss beim Apéro mitdiskutieren werden. Bei Wurst und Bier fand auch diesmal wieder ein reger Austausch statt. Hier sprechen wir ein Dank an den Referenten, die Sponsoren, den Gästen und den Helfer aus.

Bis zum nächsten Mal - Jonas Graf