Selbst Routinier Matthias Hofbauer sieht der Partie zwiespältig entgegen. «Einerseits sind wir natürlich nach dem Auftritt am Cupfinal im Flow und freuen uns gleich weiter spielen zu dürfen, andererseits ist es nicht einfach, eine neue Spannung aufzubauen.» Das emotionale Wechselbad als Prüfstein vor der Viertelfinalserie.

Selbstredend ist der SVWE Favorit in einem Duell des Qualifikationssiegers gegen den Tabellenachten. Allerdings gibt es einige Faktoren, welche durchaus zu Vorsicht aufrufen. Da wäre einmal die Niederlage gegen Uster vor zehn Tagen in der vorletzten Qualirunde. Mit dem ersten Sieg über den SVWE in der Vereinsgeschichte überhaupt qualifizierten sich die Zürcher erstmals auch für die Playoffs. Dementsprechend motiviert dürften sie in die Serie «best of seven» starten und verbinden mit Wiler-Ersigen aktuell nur gute Gefühle.

Durchwachsene Viertelfinal-Bilanz

Dann zeigt auch die Playoff-Geschichte, dass sich der SVWE in den Viertelfinals in der Regel schwer tut, weil er im Gegensatz zum Gegner einen ganz anderen Spannungsbogen hat. Dieser ist auf eine angestrebte Final-Qualifikation ausgerichtet und nicht auf einen Höhepunkt in den Viertelfinals.

So hat der SVWE seit Einführung der Viertelfinals (2009/10) überhaupt noch nie eine Playoff-Halbfinalserie verloren und weist eine Bilanz von 23:4-Siegen auf, im gleichen Zeitraum lautet die Viertelfinal-Bilanz dagegen eher bescheiden 30:14, zweimal ist der SVWE gar im Viertelfinal (2013 und 2016) ausgeschieden.

Und noch eine Statistik ist interessant. In den beiden letzten drei Viertelfinalserien hatte man im ersten Heimspiel extrem Mühe. 2015 gab es ein knappes 7:6 gegen Kloten, im 2016 sorgte erst ein „empty netter“ für das 8:6 gegen Malans und im Vorjahr unterlag man den Jets mit 2:3 nach Verlängerung.

Die magische 1000-Skorerpunkte-Grenze rückt näher

Statistiken sind das eine, die Gegenwart das andere, so äussert sich auch Matthias Hofbauer: «Wir haben so viele junge Spieler eingebaut, für diese zählt die Vergangenheit nichts. Das hat ja unser Cupfinalauftritt vom Samstag gezeigt. Die magere Cup-Bilanz Wilers belastete sie überhaupt nicht. Sie freuten sich vielmehr erstmals einen Cupfinal bestreiten zu dürfen.»

Auf einen ähnlichen Effekt hofft die Wiler Ikone nun auch für die Playoffs. «Die Mehrheit des Teams hat ja noch wenig oder teilweise keine Playoff-Erfahrung, das sollte doch bereits jetzt für einen Motivationsschub sorgen.» Auch mit einer anderen Statistik wird die Wiler Legende aktuell immer wieder konfrontiert. Die magische Zahl von «1000 Skorerpunkten» rückt näher. «Eigentlich beschäftige ich mich wenig damit. Wenn es soweit ist, werde ich nur wieder etwas dazu sagen müssen, wie an der letzten WM als ich internationaler Rekordschütze wurde.»

Auch wenn sich Hofbauer damit nicht gross beschäftigen will, die Marke ist natürlich schon magisch. Bei 996 Punkten steht der bald 37jährige nun, noch vier Punkte fehlen. «Nach dem Cupfinal habe ich bereits ein erstes Gratulations-SMS erhalten,» so Hofbauer der im Wankdorf drei Tore und einen Assist buchte, doch die Cuppunkte sind in der Statistik nicht enthalten: «Nur» Skorerpunkte aus Meisterschaft und Playoffs werden gezählt.