Ich bekenne mich schuldig: unsere Tochter wird in den Schlaf gestillt. Vom Durchschlafen hält sie nicht sehr viel. Und ganz ehrlich? Das ist ok so. Ich habe mich dem Wettbewerb, wessen Baby am ehesten durchschläft, entzogen. Auch am Einschlafen doktere ich nicht mehr herum. Wir sehen das jetzt entspannt: das mit dem Babyschlaf wird schon werden. Das war aber nicht immer so. Gerade beim ersten Baby nimmt das Thema Schlaf viel Raum ein: man muss sich an die unterbrochene Nachtruhe gewöhnen – bei Baby Nr. 2 oder mehr spielt man schlafentzugstechnisch ja quasi schon in der Profiliga.

Bevor unsere Kleine auf der Welt war, waren die Verhältnisse ganz klar: Das Baby erhält ein eigenes Bett, ein eigenes Zimmer und schläft möglichst schon zu Beginn weg darin. So viel zu unseren Erwartungen. Gekommen ists so, dass wir zuerst ein Beistellbettchen hatten und jetzt das Kinderbett in unserem Zimmer steht. Nach dem ersten Aufwachen schläft sie zwischen uns weiter. Das findet mein Mann zwar nicht immer so lässig, wenn sie mal wieder quer schläft, aber ansonsten ist das die entspannteste Lösung für alle drei. Wenn die Kleine wach wird, bin ich nullkommaplötzlich bei ihr und stille sie wieder in Schlaf. Das funktioniert in der Regel prima. Wenn Mutter und Baby im gleichen Raum schlafen, passen sich die Schlafzyklen an – wechselt das Baby in den Leichtschlaf, so tut das die Mutter auch. Wenn man nicht aus dem Tiefschlaf gerissen wird, ist erwachen einiges angenehmer (und der Schlaf erholsamer). Hat die Natur perfekt eingerichtet, profitiert davon!

Ja, und ein Hoch auf das Einschlafstillen! Auch abends zur Bettzeit stillen wir in den Schlaf. Das wirkt wie ein Narkotikum, hilft ihr (und mir) beim zur Ruhe kommen und geht ganz ohne Tränen – unser Töchterchen hält nämlich rein gar nichts von Nuggis egal welcher Marke. Was habe ich herumprobiert mit herumtragen, vorsingen oder beruhigend ins Ohr flüstern, um sie in den Schlaf zu begleiten. Am Schluss hat sie immer herzzerreissend geweint und es war kräftezehrend für uns alle. Alleine einschlafen lassen haben wir schon gar nie probiert (warum sollte ein Baby alleine einschlafen?) und Schlaf-Lern-Programme kommen mir nicht ins Haus.

Ich müsste lügen, wenn ich mich nicht auf eine ungestörte Nacht freuen würde. Wenn die Kleine nachts vier Stunden an mir klebt, denke ich manchmal auch ziemlich intensiv ans Abstillen und dem Mann zum Rumtragen übergeben. Vor allem, wenn ich am anderen Tag zur Arbeit muss. Aber ansonsten sind wir so wies jetzt ist ganz glücklich. Ob sie je ohne Stillen einschlafen wird, wenn ich sie so verwöhne? Das arme Kind hat ja keine Chance zum Selbständig werden. Oder? Nun, ich glaube, zum Selbständig werden haben wir noch ziemlich viel Zeit. Und da gehört weit mehr als «alleine» einschlafen dazu. Darum machen wir fröhlich so weiter und erleben manchmal durchstillte aber weitgehend stressfreie Nächte mit erholsamem Etappenschlaf.

«wir eltern»