Das von einer Schweizer Stiftung geleitete Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda wirkte bisher fast ausschliesslich im Distrikt Muhanga/Gitarama. Dank der grossen Unterstützung der Leserschaft im Rahmen der Weihnachts-Sammelaktion konnten die Hilfeleistungen nun auf zwei weitere Distrikte ausgedehnt werden: auf Kamonyi und Nyamagabe. Es ist dies auch in den neuen, angrenzenden Gebieten eine Hilfe zur Selbsthilfe. Und weiterhin gilt, dass jeder von den Leserinnen und Lesern einbezahlte Betrag ohne jeglichen Abzug den Notleidenden in Ruanda zugute kommt. Denn sowohl der Stiftungsrat als auch das bei der Sammelaktion tätige Helferteam arbeiten ehrenamtlich. Auch das „Markenzeichen“ dieser Sammelaktion bleibt erhalten: Die Leser können bestimmen, für welchen Zweck ihre Spende verwendet werden soll.

Die Mamans Volontaires, die freiwilligen Mütter, betreuten bisher 150 Waisen und Strassenkinder. Ab kommendem Jahr werden an fünf Stützpunkten rund 400 Kinder betreut werden und erhalten pro Woche drei Mahlzeiten, erhalten aber auch Schulgelder, Kleidung und Betreuung bei Problemen. Nach wie vor ist die Zahl der Waisen, die auf sich allein gestellt sind, gross, ebenso die Zahl der Strassenkinder, die von zuhause weggelaufen sind – aus Hunger oder wegen familiären Problemen.

Das Hilfswerk ermöglicht derzeit 1800 Kindern den Schulbesuch. Die Nachfrage ist enorm, denn viele Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen. Eine schulische Ausbildung fördert aber die Chancen der unterstützten Kinder für ein besseres Leben. Das Hilfswerk bietet aber auch Berufsausbildungen an, so in eigenen Werkstätten und Ateliers Lehren für angehende Schreiner, Schneiderinnen, Köchinnen und Köche, Automechaniker.

Überaus wertvoll ist sodann die Abgabe von Vieh, von Kühen, Milchgeissen und Schweinen an notleidende Familien. Diese erhalten dadurch eine eigentliche Überlebenshilfe. Nicht nur die Milch ist äusserst wertvoll, sondern auch der vom Vieh anfallende Mist, der im Garten als Dünger Verwendung findet und das Wachstum von Gemüse und Süsskartoffeln fördert.

Werden im Rahmen der aktuellen Weihnachtssammlung Spenden für „weitere Aktivitäten“ des Hilfswerkes bestimmt, so zählen dazu die Führung eines eigenen Kinderheimes, die Unterstützung von mittellosen Spitalpatienten, von Müttern in einer Geburtsstation, eine allgemeine Nothilfe, die Abgabe von Minikrediten für berufliche Tätigkeiten. Die Armut im Land, vor allem in den ländlichen Gebieten, in denen dieses Hilfswerk wirkt, ist nach wie vor gross. Jede Spende trägt viel dazu bei, Armut und Not zu lindern und den Kindern Wege für eine bessere Zukunft zu ebnen. Und dass in den Flüchtlingsströmen aus Afrika kaum Ruandesen sind, bestätigt: Hilfe im betreffenden Land zu leisten, ist die beste Hilfeleistung und ermöglicht es der Bevölkerung, im Heimatland zu bleiben.

Spendenformular:

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Stand:

702'100 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
So können Sie bis zum 12. Dezember spenden:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Institutionen des Hilfswerkes: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, Lehrwerkstätten, Mütterstation, Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@azmedien.ch
  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Konto/IBAN: CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Clearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda
  • Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Jeder Franken fliesst nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen, kommt jede Spende vollumfänglich den Bedürftigen in Ruanda zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

Kurzinformationen

Betreuung Waisenkinder

In der Provinz Muhanga/Gitarama, wo das Hilfswerk schwergewichtig tätig ist, leben Tausende von Waisenkindern in sogenannten Waisenhaushalten. Das älteste Geschwister sorgt für die jüngern, Hilfe oder Betreuung von aussen gibt es kaum. Das Hilfswerk Margrit Fuchs betreut heute 150 Waisenhaushalte, gibt den Kindern dreimal pro Woche eine Mahlzeit ab, sorgt für Kleidung, Schulgeld und Krankenkasse und betreut sie regelmässig durch eine erwachsene Person. 2014 sollen weitere Waisenhaushalte einbezogen werden.

Betreuung Strassenkinder

Gross ist die Zahl jener Kinder, die auf der Strasse leben. Sie sind zuhause ausgezogen, weil sie armutsbedingt nichts zu essen bekamen oder die Familienverhältnisse unerfreulich sind. Das Hilfswerk kann einen Teil von ihnen im eigenen Heim aufnehmen und versucht dann, sie in ihre Familien zurückzuführen, indem diese Unterstützung erhalten: mit Lebensmitteln und einer Viehspende. Auch versucht man, bestehende Konflikte zwischen Eltern und Kind zu lösen. Die wieder integrierten Kinder werden weiterhin betreut.

Begehrte Schulgelder

Aufgrund der grossen Armut sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen und z.B. die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulmaterial zu bezahlen. Deshalb müssen sie der Schule fernbleiben. Das Hilfswerk übernimmt derzeit für 900 Kinder das Schulgeld bis zu ihrem Schulaustritt – auch beim Besuch einer Sekundarschule oder einer höheren Schule. 2014 können weitere Kinder von Schulgeldzahlungen profitieren. 2013 hat das Hilfswerk sodann ein neues Schulhaus erbaut, 2014 ist ein weiteres geplant, um zusätzlichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Viehspenden als grosse Hilfe

Auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion können Spenderinnen und Spender einer notleidenden Familie Vieh spenden: eine Milchgeiss, ein Schwein oder eine Kuh. Das Vieh ist für die Familien ein riesiges Geschenk und eine Hilfe zur Selbsthilfe und zum Überleben. Der Staat schreibt neu vor, dass die bisher gehaltenen Kühe durch eine leistungsfähigere Rasse, die täglich um die 5-8 Liter Milch spendet, ersetzt werden müssen. Deshalb verdoppelt sich der Kaufpreis auf 600 Franken. Die „neuen“ Kühe liefern aber auch mehr Mist, der für das Düngen der Gärten und Felder sehr wertvoll ist.

Lehrlingsausbildung, Mütterstation und...

Die Aktivitäten des Hilfswerkes Margrit Fuchs sind sehr weitreichend. So können Jugendliche in Hilfswerk-eigenen Werkstätten eine Lehre absolvieren (Schreinerei, Mechanische Werkstatt, Schneiderei, Haushaltschule). Unterstützt wird sodann ein Geburtshaus, in dem Mütter in guter Obhut ihr Kind zur Welt bringen können. Mit Kleinkrediten wird Männern wie Frauen ermöglicht, einen eigenen kleinen Betrieb oder ein Geschäft aufzubauen und damit den eigenen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Mittellosen Spitalpatienten werden die Kosten bezahlt.