Wer sich entschieden hat, ein Haus zu bauen, bindet sich in der Regel für viele Jahre. Die Lage ist das einzige, was später nicht verändert werden kann und sollte daher eines der wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl sein. Das heisst: Vor dem Kauf muss klar sein, welche Art von Infrastruktur benötigt wird und ob Sie eher ein urbaner Typ sind oder das Landleben bevorzugen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Steuern. Informieren Sie sich bei der entsprechenden Gemeinde über den Steuerfuss und vergleichen Sie die anfallende Steuerbelastung (Einkommenssteuer, Liegenschaftssteuer, Anschlussgebühren etc.).

ÖV, Schulweg, Einkaufsmöglichkeiten

Gerade wer berufstätig ist, schulpflichtige Kinder hat oder mehrmals wöchentlich einkaufen geht, sollte diese Kriterien beim Grundstückkauf in die Voranalyse mit einfliessen lassen. Wenn man morgens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit oder in die Schule fährt, sollte eine Bushaltestelle in der Nähe sein, an der auch ausserhalb des Berufsverkehrs regelmässig Busse fahren. Denn je nach Wohnregion und Job in der Stadt kann die Fahrzeit schnell eine Stunde betragen. Das macht zwei Stunden Arbeitsweg täglich. Möchten Sie das? Dies gilt es abzuwägen.

Ebenso spielt beim Kauf eines Grundstücks eine Rolle, ob Geschäfte des täglichen Bedarfs in der Nähe sind. Metzger, Bäcker oder ein Discounter sollten nicht zu weit entfernt sein, damit Sie auch nach der Arbeit noch Kleinigkeiten einkaufen können. Wie weit sind Kindergarten und Schule entfernt? Und welche Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche werden im Ort angeboten? Wer verhindern möchte, für seine Kinder später den Taxidienst zu spielen, sollte auf ausreichend Sport- und Freizeitangebote vor Ort achten und davon auch den Grundstückkauf abhängig machen.

Autobahn, Fluglärm, Hochwasser

Darüber hinaus ist darauf zu achten, welche Lärmquellen die Idylle stören könnten. Mögliche Faktoren sind: Zuglinien, Anwohnerverkehr, Autobahnen und Gewerbe. Sehr beliebt wurden in den letzten Jahren Liegenschaften am Wasser. Wenn wir uns jedoch die Wetterkapriolen der letzten Zeit ins Gedächtnis rufen, so sollten bei Grundstücken an einem Fluss mögliche Kosten für Überschwemmungen und feuchte Keller bei Starkregen oder Schneeschmelze einkalkuliert werden. Auch Hanglagen können die Baukosten in die Höhe treiben, wenn der Bauplatz beispielsweise durch Stützmauern abgesichert werden muss.

Ein weiteres Kriterium, das es abzuklären gilt: Die Art des Bodens, der bebaut werden soll. Auch wenn der Bauplatz noch so traumhaft anmutet: Eher hinderlich sind lehmige, tonige und steinige Böden. Hier muss der Bauherr mit erheblichen Mehrkosten für den Kelleraushub rechnen. Ausserdem gestaltet sich die spätere Bepflanzung und Kultivierung beispielsweise mit Gemüse oder Obstbäumen schwieriger.

Gibt es Altlasten oder ein Wegerecht?

Klar ist: Die Vorabklärungen für ein Stück Bauland sind zeitaufwändig. Wichtig ist auch die Information vom Grundbuchamt. Darum sollten Sie vor dem Kaufabschluss einen Grundbuchauszug verlangen und prüfen, ob auf dem Grundstück ein sogenanntes Grundpfand lastet. In diesem Fall müsste der Kaufbetrag des Grundstückes um die Höhe des Grundpfands reduziert werden. Ein weiterer Punkt sind mögliche Grunddienstbarkeiten. Das könnte bedeuten, dass der Grundstückeigentümer beziehungsweise die Grundstückeigentümerin beispielsweise ein Wegerecht oder ein Weiderecht dulden müsste. Die unmittelbare Nachbarschaft hat Einfluss auf das spätere Wohn- und Wohlfühlklima und Nachbarschaftszwists möchte jeder tunlichst vermeiden. Ebenfalls im Grundbuch eingetragen sind allfällige Grundlasten. Hier ist der Eigentümer des Grundstückes zu Leistungen verpflichtet – beispielsweise kann es seine Pflicht sein, für den Unterhalt einer kleinen Strasse aufzukommen. Vormerkungen wie ein mögliches Vorkaufsrecht sind ebenfalls im Grundbuch eingetragen.

All diese Vereinbarungen müssen vom neuen Besitzer eines Grundstückes übernommen werden. Beim Entscheid für oder gegen einen Landkauf sind aber finanzielle Konsequenzen ebenso zu beachten. Der Bau von Strom- und Wasserleitungen, Abwasserkanalisation und Zufahrtsstrasse sind teuer, falls sie nicht bis zur Grundstücksgrenze ausgebaut sind. Deshalb lohnt es sich, die Eignungsabklärung einem Fachmann zu überlassen.

Sind die obigen Punkte alle abgehakt, stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Dabei ist zu beachten, dass Baulandkosten von den Banken meist nur zu 50 Prozent belehnt werden.

Achtung bei Architekten- oder Handwerkerklauseln

Und zum Schluss noch dies: Wer ein Grundstück von einem Architekten oder Handwerker erwirbt, sollte zwingend nach Architekten- oder Handwerkerklauseln fragen, die später im Kaufvertrag enthalten sind. Denn diese verpflichten dazu, mit dem betreffenden Architekten oder Handwerker zu bauen. Das muss kein Nachteil sein, aber es ist eine Bindung. In solchen Fällen muss das Vertrauensverhältnis zwischen Käufer und Architekten/Handwerker stimmen.