«Achtung, onYva! Morgestraich - vorwärts, marsch», ruft der Tambourmajor Mathias Brenneis. Sein Timing ist perfekt - noch während er seine Anweisung gibt, schlägt es Punkt vier Uhr. Alle Anspannung der Clique entladet sich im ersten Morgestraich-Marsch. Die Magie, die die Basler Fasnacht hat, wird hier im Pfeffergässli auf berührende Weise deutlich.

Halb vier Uhr morgens vor dem Breo Keller am Nadelberg: Während sämtliche aktive Fasnächtler, die meinen Weg bis hierhin gekreuzt haben, munter und voller Vorfreude wirken, sehne ich mich nach meinem Bett. Die Clique onYva, die ich am Morgestraich begleiten werde, ist schon zahlreich da. Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüssung verziehe ich mich schnell wieder nach draussen - die Wärme macht noch schläfriger.

Die Anspannung der Cliquenmitglieder ist spürbar, zwischen Gelächter und Begrüssungen mischt sich eine grosse Anspannung, die auf dem Weg ins Pfeffergässli zum «Istoo» noch wächst. Um Viertel vor vier werden die Blicke auf die Uhr noch mehr, Minuten scheinen endlos zu gehen. Rund zehn Minuten vor vier wird die Laterne angezündet. Sie thematisiert die Beschneidungen von Knaben, über die im letzten Jahr diskutiert wurde.

«Noch zwei Minuten», ruft Tambourmajor Mathias Brenneis. Die letzten ziehen hastig ihre Larven an, stehen in die Formation. «Noch eine Minute.» Alle Nervosität scheint sich auf einmal zu entladen: Die ganze Clique wird von einem Gekicher übermannt, doch sammelt sie sich kurz vor der obligatorischen Ansage. «Achtung, onYva! Morgestraich - vorwärts, marsch.» An Ort und Stelle spielt die Clique den ersten Morgestraich-Marsch und beweist Timing: Die Lichter gehen perfekt auf den Anfang des Stücks aus.

Nach und nach setzt sich onYva in Bewegung, bahnen ihren Weg vorbei am Rümelinsplatz, am Singerhaus vorbei in Richtung Marktplatz. Dort heisst es allerdings erst mal warten. Es dauert einige Minuten, bis sich der Zug wieder in Bewegung setzt. Kurz über den Marktplatz geht es zum Restaurant Gifthüttli. Ziemlich genau 15 Minuten hat es gedauert.