Das Jahr 2016 ist gerade mal 16 Tage alt. 16 Tage, in denen an der Personalfront des FCB so viel passiert ist wie sonst in einer ganzen Saison: Sieben Spieler haben die erste Mannschaft verlassen, der spektakulärste Abgang war jener von Mohamed Elneny zu Arsenal (Bericht in der gestrigen Ausgabe). Neu dabei sind Stürmer Andraz Sporar, Mittelfeldspieler Alexander Fransson und Flügelspieler Renato Steffen. Inmitten dieses Kommen und Gehens muss Cheftrainer Urs Fischer in Spanien die Mannschaft auf die Rückrunde vorbereiten und ihr Automatismen einimpfen – keine leichte Aufgabe. Über die Integration der Neuen, die Ziele des Trainingslagers und die vom FCB-Publikum heiss diskutierte Verpflichtung von Renato Steffen hat Fischer mit der «Nordwestschweiz» gesprochen:

Die Bilanz nach den ersten drei Tagen im Trainingslager:
«Wir profitieren von absoluten Top-Bedingungen. Schön wäre es, wir hätten in allen Stadien in der Super League solche Plätze wie hier. Auch das Hotel bietet alles, was wir brauchen. Die Jungs arbeiten super mit: Am Donnerstag haben wir lang und intensiv trainiert, am Freitag nahmen wir etwas den Fuss vom Gaspedal. Die Spieler spüren die schweren Beine, aber das ist normal in der Phase der Vorbereitung, in der wir uns befinden.»

Zum heutigen Testspiel gegen den Bundesligisten FC Augsburg:
«Wir wollen denjenigen, die beginnen, möglichst viel Einsatzminuten geben. Am Mittwoch gegen Freiburg kommt dann die andere Hälfte zum Zug. Es ist wichtig, Minuten zu sammeln, um in den Spielrhythmus zu kommen. Trotzdem haben wir hier in Spanien nur zwei Testspiele abgemacht, um möglichst viel von den fantastischen Trainingsbedingungen profitieren zu können.»

Die Veränderungen im Kader:
«Wir haben sieben Spieler verloren, mit Elneny einen Schlüsselspieler, sein Weggang tut sehr weh. Die anderen kamen vielleicht nicht auf ganz so viele Einsatzminuten in der Vorrunde, aber sie gehörten zur Gruppe, jede Veränderung wirkt sich irgendwie aus auf die Gruppendynamik. Auf der anderen Seite haben wir drei neue Spieler bekommen, die jetzt unsere Spielphilosophie kennenlernen müssen. Das braucht einfach seine Zeit.»

Die Ziele im Trainingslager:
«Automatismen, Automatismen, Automatismen – bis zum Punkt, an dem sich die Spieler auf dem Platz blind verstehen. Konkret: Unsere Rückwärtsbewegung müssen wir verbessern, wir haben in der Vorrunde zu viele Tore kassiert. In der Offensive gilt es in Zukunft, noch schneller und konsequenter den Abschluss zu suchen, wenn sich Lücken auftun.»

Zur heiss diskutierten Verpflichtung von Renato Steffen:
«In der Transferkommission waren wir alle der Meinung, dass Renato uns guttun wird. Wir kennen uns aus gemeinsamen Zeiten beim FC Thun und ich kann sagen: Er ist ein guter, anständiger Typ, der auf dem Platz vom Speed, seiner Aggressivität und seiner Frechheit lebt. Dabei bewegt er sich natürlich manchmal auf einem schmalen Grat und löst beim einen oder anderen Beobachter negative Gefühle aus. Aber ich bin der Meinung: Spieler, die nicht jeder mag, die haben etwas Spezielles, etwas Einzigartiges. Ich bin überzeugt, das Basler Publikum wird ihm eine faire Chance geben. Und ich bin genauso überzeugt, dass Renato diese auch packen wird. Die Mannschaft hat Renato schnell und gut aufgenommen, so wie das hier bei jedem neuen Spieler der Fall ist.»