Der Fall Gaugler ist um ein weiteres absurdes Kapitel reicher: Gestern teilte das Baselbieter Bauinspektorat endlich mit, dass es Anfang Woche seine Verfügung zum Bed & Breakfast von Landratspräsidentin Daniela Gaugler und ihrem Mann Christoph erlassen hat. Die Behörde hat also eingehend geprüft, ob die Gäste in der Liegenschaft an der Lausner Kanalstrasse 17 tatsächlich auch dauerhaft wohnen dürfen, obwohl das Haus in einer Gewerbezone liegt. Doch wer nun glaubt, dass endlich Klarheit über das Geschäftsgebaren des Ehepaars Gaugler herrscht, wird enttäuscht: «Aus Datenschutzgründen wird über den Inhalt dieser Verfügung seitens der Verwaltung nicht kommuniziert», schreibt die Bau- und Umweltschutzdirektion.

Nun soll also der Datenschutz bei einem Fall greifen, der seit Monaten einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist und dessen Hauptakteurin die oberste Baselbieterin – also eine Person des öffentlichen Interesses – ist. Auf Anfrage erklärt sich der kantonale Bauinspektor Andreas Weis wie folgt: «Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen den privaten Geschäften von Frau Gaugler und ihrem Amt als Landratspräsidentin.» Dass die Öffentlichkeit ein Interesse daran haben könnte, zu wissen, ob ihre oberste Vertreterin sich durch die Umgehung von Reglementen einen Geschäftsvorteil verschaffen konnte, streitet Weis nicht ab. Auch nicht, dass die Nicht-Information des Kantons bloss unnötig Spekulationen befeuert. Er sagt aber trocken: «Unsere Juristen haben so entschieden.»

Er schiebt den Ball dem Ehepaar Gaugler zu. Es sei Sache der Adressaten, über den Inhalt des Entscheids zu informieren. Dass diese – wie schon im Juli, als der Fall ins Rollen kam – erneut ferienabwesend sind, trägt zur unfreiwilligen Komik dieses Falles bei. Die bz erreicht Christoph Gaugler beim Wandern im Wallis: «Wir wissen auch noch nichts Genaues», sagt er. Ihr Anwalt hätte sie bloss informiert, dass der 34-seitige Bericht des Bauinspektorats angekommen sei und, so Gaugler leicht optimistisch, «dass wir ruhig in den Ferien bleiben können». Kommende Woche werde man den Bericht studieren und dann auch kommunizieren, wie es weitergehen soll. Zehn Tage bleiben den Gauglers maximal, um eine Beschwerde bei der Baurekurskommission einzureichen und 30 Tage, um diese zu begründen.