An den vielen schönen Oktobertagen bot sich von der Bundesterrasse eine Fernsicht, die ihresgleichen suchte. Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn neben Eiger, Mönch und Jungfrau zeigten sich von ihrer schönsten Seite, frisch bepudert und gestochen scharf. Doch der Blick von Bern Richtung Alpen hat sich nicht nur angesichts des Wetterumschwungs getrübt: Der Umbau der Bundesterrasse ist zwar fast beendet, das Ergebnis ist aber von zweifelhafter Qualität.

An dieser Stelle wurde mehrfach über das Projekt der angeblich «würdigen Umgebung» des Bundeshauses gelästert. Nun, die Bäume in den Vorhöfen sind längst gefällt und durch hässliche, braune Büsche ersetzt worden. Der Berna-Brunnen wurde herausgeputzt. Die Beleuchtung hinterlässt neu einen goldenen Schimmer auf der Statue. Und die Bäume folgen nun offenbar einer «rhythmischen» Anordnung.

Ja, die Touristen und Beamten störten sich wohl an der unkoordinierten Aufstellung von Sitzbänkli und Bäumen. Eben. Wie unnötig die Investition von 9 Millionen Franken war, ist bereits ausgeführt.

Jetzt zeigt sich, dass das Hauptkunstwerk, der Boden aus Gussasphalt und Aare-Kies (von Hand gestreut), missverstanden wird. Eine Mutter musste ihrem Sohn erklären, dass die Steine «wahrscheinlich mit Absicht in den Boden gelegt» wurden. Von Hand gestreut. Schlimmer noch: Der Boden ist unpraktisch. Für Rollstuhlgänger und Kinderwagen wird der Weg zur Aussichtsplattform zur Holperpartie. Wenn er denn wenigstens schön anzusehen wäre!