Ich bin zwanzig Jahre alt. Irgendwo zwischen Millennial und der Generation Z aufgewachsen. Hatte noch das alte Nokia-Handy und Microsoft Paint war das Einzige, was ich am PC spielen konnte. Trotzdem bin ich ein «Digital Native»: Smartphones, Instagram und Facebook gehören seit ihrer Anfangszeit zu meinem Alltag. Die Social-Media-Plattform Instagram wurde zu meinem Google. Egal über wen oder was ich etwas herausfinden möchte, öffne ich die Applikation. Auch Wikipedia gehört in gewissen Dingen zu meinen treusten Beratern.

Aber wenn es um E-Banking geht, könnte man meinen, ich sei schon bald in Rente. Ich krieg das nicht gebacken und ich will es auch nicht. Mein bald pensionierter Vater übernimmt das ab und zu für mich, wenn ich es mal wieder nicht rechtzeitig mit der Rechnung auf die Post geschafft habe.

Manchmal wünsche ich mir schon, dass alles ein bisschen einfacher wäre, vor allem weil praktisch jede Poststelle in meiner Nähe in den letzten Jahren geschlossen wurde und ich nur noch in der Stadt an den Schalter kann. Es ist nicht wirklich verlockend, an einem Samstag extra den Bus in die Stadt zu nehmen, nur um eine mickrige Rechnung zu zahlen.

Da fragt man sich: Wieso? Obwohl man über das Internet wohl schon Informationen für ein ganzes Buch über mich finden könnte, möchte ich doch, dass meine finanziellen Transaktionen nicht im Internet herumschwirren. Meine Zahlungsaktivitäten auch meine bleiben. Da spielt es keine Rolle, wie «sicher» die Plattform ist. Ich kenne das Internet gut genug, um eine gesunde Portion Skepsis walten zu lassen. Im Internet kann man viel über mich herausfinden. Aber beim Geld hört der Spass auf. Es ist ganz schön, in gewissen Dingen einfach mal offline zu sein.