Der Roboter bringt keine Pakete mehr: Die Post hat ihr Innovations-Projekt mit Lieferrobotern vorerst eingestellt. Die Gründe dafür sind verschiedener Art. Ein Mal kam es zu einem Zwischenfall. Beim Überqueren einer Strasse war einer der Roboter zu langsam und stand noch mitten auf der Fahrbahn, als die Ampel auf Grün sprang.

Da fragt man sich, warum dem Maschinenwesen kein Mensch zu Hilfe geeilt ist. Schliesslich ist es ja unsere moralische Pflicht, den Schwächeren zu helfen.

Wenn Roboter schon herangezüchtet werden, um unsere Drecksarbeit zu machen, sollten wir vielleicht ein bisschen netter mit ihnen umgehen. Ja, wir sollten damit aufhören, sie zu diskriminieren.

So hat sich der Fussgängerverein Zürich gegen das Projekt der Post gestellt, weil er die Trottoirs nicht mit Robotern teilen will. Natürlich verhält es sich hier ein bisschen wie mit dem Fremdenhass: Vor dem Unbekannten hat man Angst. In diesem Fall geistert die Sorge herum, dass uns die Roboter zuerst den Job wegnehmen und dann ausrotten werden.

Doch es ist ein Vorurteil, dass Roboter zwangsläufig einmal böse werden. Die moralische Erziehung für Maschinenwesen ist nämlich bereits in vollem Gang. Die grossen Tech-Firmen wollen dafür sorgen, dass Roboter stets lieb mit uns sind. Ein derzeit begehrtes Stellenprofil bei Google und Co. ist der KI-Ethiker.

Die künstliche Intelligenz der Zukunft soll nicht nur schlau sein, sondern auch frei von Sexismus und Rassismus. Dafür sollen die neuen Fachleute sorgen. Wenn sie ihren Job gut machen, sollte also verhindert werden, dass super-intelligente Roboter Menschen einmal diskriminieren, weil sie diese für eine minderwertige Spezies halten.

Doch mit der Moral ist es natürlich so eine Sache. Wissen, wie man moralisch handeln soll, und es tatsächlich tun, sind zwei verschiedene Dinge. Man fragt sich, ob das bei Robotern anders ist.