Grade auf Wohnungssuche. Noch nicht erfolgreich. Die Kollegin hatte mehr Glück: Eine Wohnung besichtigt, beworben, Zuschlag. Sie richtet sich gerade im neuen Leben ein. Das macht sie im Grunde genommen glückselig, wäre da nicht der Boden im Foyer und in der Küche.

Linoleum, braun meliert. Oder gesprenkelt? Auf jeden Fall ein Schandfleck. Sie leidet ob dieser 20 Quadratmeter schlechten Geschmacks. Hat sich der Allianz gegen Linoleumböden angeschlossen und will das Ungetüm nun rausreissen, es ersetzen mit Parkett, 30 Franken der Quadratmeter. Das ist es ihr wert.

Ich wäre da wohl gar nicht erst eingezogen; Linoleum ist mir ein Gräuel. Auch dieses glänzende Parkett im karierten Muster, wie es in den 1990ern Mode war. Am schlimmsten aber: Spannteppich. Wie oft wurde darauf schon erbrochen? Rotwein ausgeschüttet? Wie viele Milbenstämme haben es sich gemütlich gemacht? Fragen, die mich fertigmachen.

Grotesk: Meist verstecken sich unter den Teppichen wunderschöne Fischgrät- oder Eichenparkette. Eine andere Kollegin hat das erlebt. Sie riss den Teppich raus, in mühseliger Arbeit. Es hat sich gelohnt. Allerdings sollte das nicht Aufgabe der Mieter sein und nicht auf deren Kosten geschehen. Das könnten die Hauseigentümer in die Hand nehmen und auf den Boden der Tatsachen zurückkommen: Wir mögen kein Linoleum und keine Spannteppiche!