Die Begeisterung über die zehn Tage Badenfahrt ist noch überall spürbar. Es war ein Fest der Superlative. Gerade aus dieser Warte drängt sich die Frage auf, ob die Grenzen inzwischen nicht doch erreicht sind, ob die Badenfahrt der Stadt Baden über den Kopf hinauswächst oder dies nicht schon getan hat.

Gegen 1,3 Millionen Besucher lautet die Schätzung. Die Badenfahrt ist zum Fest der Massen geworden. Und das hat seine Tücken. Die negative Festbilanz weist alarmierende Tendenzen aus: Noch nie so viele Schlägereien, Betrunkene, hospitalisierte Festbesucher, Rekord an Sachbeschädigungen und Abfall. Konsequenz: Samariter, Polizeikräfte, Sicherheitsdienste, Bauamtsmitarbeiter und die ganze Helferarmee sind an ihre Grenzen gestossen.

Diese Botschaft muss das Komitee trotz des Riesenerfolges mitnehmen: Wer auf dem Zenit steht und den tiefen Fall verhindern will, muss sich vorsehen. Die Badenfahrt, angekurbelt durch zwei Millionen Franken Sponsorenbeiträge, darf nicht mehr wachsen. Als ein Kulturgut für alle, getragen vom Badener Geist, muss sie sich ein Stück zurück zu ihren Wurzeln bewegen. Weg vom Gigantismus, Profit, von der Massenvermarktung zurück zur Idylle. Konkret heisst das: Es braucht ruhige Festgebiete, Vorgaben für die Festbeizen, Durchsetzung der Dezibelwerte, bessere Kontrolle bei der Alkoholabgabe und weitere lenkende Massnahmen. Die Badenfahrt soll das wohl grösste und schönste Volksfest der Schweiz bleiben. Die Festpause kann zur Besinnung genutzt werden, dass dem so bleibt.