Die BDP-Granden betonten immer und immer wieder: «Nein, wir sind nicht der Fan-Club von Eveline Widmer-Schlumpf.» Natürlich waren sie es doch. Seit dem Rücktritt der Alt-Bundesrätin fehlt es der Partei an Aufmerksamkeit.

Und an Nachwuchs noch dazu, wie das Beispiel der BDP Bern zeigt. Das ist nicht irgendeine Kantonalsektion. Drei der sieben BDP-Nationalräte kommen aus Bern. Und auch der einzige Ständerat: Werner Luginbühl. Doch dieser tritt nicht mehr zu den Wahlen an. Die Berner Regierungsrätin Beatrice Simon soll den letzten BDP-Sitz im Stöckli retten. Und nicht nur das: Simon ist quasi zur neuen Heilsbringerin der BDP mutiert. In dieser Funktion ist sie die direkte Nachfolgerin von Widmer-Schlumpf. Simon führt nämlich auch noch die Nationalratsliste der BDP im Kanton Bern an. Sie soll mithelfen, den dritten Sitz zu halten. Dieser ist nämlich akut gefährdet. Erstens, weil der Kanton Bern einen Sitz verliert. Zweitens, weil höchst ungewiss ist, ob sich BDP-Gründungspräsident Hans Grunder nochmals zu einer Kandidatur überreden lässt.

Nur: Falls Simon nicht in den Ständerat gewählt wird, wird sie Regierungsrätin bleiben. Eine Wahl in den Nationalrat würde sie mit grosser Sicherheit ausschlagen. Mit anderen Worten: Simon ist nichts anderes als eine Stimmenfängerin. Von einer «Scheinkandidatur» schrieb die Tageszeitung «Der Bund». Das ist absolut legitim, passt nur nicht so recht ins Bild der anständigen BDP. Deren Nettigkeit quasi die raison d’être der Partei ist.

Die Nachwuchssorgen sind gross. Just in diesem Moment wagt Widmer-Schlumpfs Tochter den Sprung in die Politik. Sie kandidiert für den Luzerner Kantonsrat. Für die CVP.

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