Fast 12 Milliarden Franken will der Bundesrat für den Bahnausbauschritt 2035 aufwenden. Doch vergleichsweise wenig davon fliesst in den Aargau, etwa in den überlasteten Bahnhof Lenzburg.

Immerhin gibt es von Verkehrsministerin Doris Leuthard ein kleines Abschiedsgeschenk für den Aargau: Dringlich geforderte Viertelstundentakte auf mehreren regionalen Teilstrecken sind eingeplant. Und auf den halbstündlichen Intercity-Halt– endlich! – kann sich die Kantonshauptstadt Aarau jetzt schon freuen.

Die Vorlage ist damit gegenüber den ersten Vorschlägen verbessert worden. Ein kleiner Erfolg für die Kantonsregierung und für Verkehrspolitiker, die aus Aargauer Sicht nach Verbesserungen rufen. Doch viele Fragen bleiben offen. So lässt sich noch nicht beurteilen, ob wichtige Direktverbindungen aufrechterhalten werden können oder nicht. Je nach dem wird der Protest wieder lauter ertönen.

Vor allem aber bleibt der Bundesrat bei der Frage der Neubaustrecke Aarau–Zürich sehr vage, obwohl er sie volkswirtschaftlich positiv bewertet. Er überlegt sich, ob man sie über mehrere Ausbauschritte finanzieren kann, weil sie so teuer ist. Dies zeigt, dass der Aargau den Druck aufrechterhalten muss.

Denn das Passagieraufkommen im Mittelland wächst schnell. Das stark ausgelastete SBB-Netz erträgt heute schon keine Störungen. Diese lösen zunehmend Kettenreaktionen und Verspätungen aus.

Dem Bahnverkehr im, aus, in und durch den Aargau muss man deshalb Luft
verschaffen. Das geht letztlich nur mit einer möglichst zeitnah gebauten Neubaustrecke im Engpass Aarau–Zürich.

mathias.kueng@chmedia.ch