Die Aktienmärkte spielen derzeit verrückt. Gleich mehrmals in den vergangenen Tagen schwankten die Börsenkurse in den USA drei oder vier Prozent. Und dies binnen weniger Stunden. Die grosse Nervosität der US-Anleger färbte auch auf Europa und die Schweiz ab, allerdings nicht ganz so heftig.

Viele Kommentatoren zeigen nun mit dem Finger auf US-Präsident Donald Trump. Tatsächlich befeuerte er in den letzten Tagen die Verunsicherung der Märkte. Da ist etwa seine nicht enden wollende Kritik am Präsidenten der US-Notenbank Fed. Hinzu kommt die teilweise Stilllegung des US-Regierungsapparats. Ein Schritt, der nicht nur beim Volk auf Ablehnung stösst. Auch die Anleger haben keine Freude an politischen Gefechten mit ungewissem Ausgang.

Ein weiterer Grund für die Unsicherheit der Märkte sei der von Trump angezettelte Handelsstreit mit China, lautet eine weitere Begründung. Das mag zwar zutreffen. Jedoch liegen die Ursachen für das Ende des langjährigen Aufschwungs tiefer. Die Wachstumsprognosen wurden nicht nur für wichtige Industrien, sondern auch für Schwellenländer zurückgenommen. Gleichzeitig werden Firmenchefs und Finanzexperten zurückhaltender, was die Aussichten für die kommenden Monate anbelangt. Während sich hierzulande bereits jetzt eine Abschwächung abzeichnet, könnte dies in den USA in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres so weit sein. Hinzu kommen Risiken wie ein chaotischer Brexit oder die hohe Verschuldung von Staaten und Firmen, die bei steigenden Zinsen noch unangenehmer werden könnte. Das alles muss noch nicht heissen, dass die Aktienkurse ihre rasante Dezember-Talfahrt im neuen Jahr ungebremst fortsetzen. Aber auf eine grössere Hektik in Form heftigerer Kursausschläge werden sich die Anleger wohl einstellen müssen.

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