Der Kunde ist König, heisst es. Und so zahlt er, wie er will. Klimperndes Bargeld hat der Türke um die Ecke am liebsten. Und da seine Kunden als Könige weise Entscheide fällen sollen, wird er nicht müde, sie über seine Präferenzen aufzuklären. Da wird man als Stammkunde angeschnauzt, wenn man für einmal mit Plastik bezahlt. «Was ist das? Eine Kreditkarte? So gewinne ich gar nichts! Wenns wenigstens eine EC-Karte wäre!»

Denn das Bezahlkartenterminal spaltet unzählige Rappen seines Umsatzes ab, wenn der Kunde die Karte zückt und das Terminal piepst. «Die Maschine macht mehr Gewinn als ich», sagt der Verkäufer. Jetzt nagt das schlechte Gewissen. Die bequeme Freiheit der Kreditkarte erscheint nun als unsolidarisch, ja unnötig. Schliesslich ist doch auch dieser Verkäufer ein König, mein Kaffee-König um die Ecke.

Noch konsequenter ist übrigens der Italiener um die Ecke. Mit ihm gibts nichts zu diskutieren, das zeigt schon ein Schild an der Türe: ein dickes rotes Kreuz über verschiedene Bezahlkarten. Bargeldzone! Und auf dem Tresen, über den Arancini und Panini, thront sein Porzellan-Sparschwein. Angeschrieben ist es mit «Schwarzgeld».

Der Widerstand der Kleingewerbler gegen die Bargeldlosigkeit, gegen Karten-Kunden, fusst auf Mut, das ist sympathisch. Nächstes Mal klimperts wieder, versprochen!