Was die Sprache angeht, sind wir alle Abgehängte. Rund 5000 neue Wörter hat der Duden in seine neueste Auflage aufgenommen. Und das ist nur ein kleiner Teil der Neologismen, die uns täglich um die Ohren fliegen. Einige wie der Hashtag #metoo oder das «Jamaika-Aus» in Deutschland schafften es zum Wort des Jahres, andere werden wir wohl bald schon wieder vergessen haben.

Wie sprachkreativ 2017 war, lässt sich auf der Seite des Neologismen-Sammlers «Wortwarte» verfolgen. Im Dunstkreis der allseits zitierten Fake News entstanden auch dieses Jahr zahlreiche Neuwörter. Der «Leugnist» zeichnet sich durch hartnäckige Wahrheits-Verweigerung aus. Das pure Gegenteil von dem, was als «Ehrlichkeitsmaximierung» bezeichnet wird. Diese allerdings ist selten und jedenfalls kein «Breitendelikt» wie das Absondern eines «Fehlgeruchs» in der S-Bahn. Als solches könnte auch der ständige Blick auf den «Dopamindealer» Handy gelten. Dass die Handysucht längst schon «alltagsaktiv» ist, lässt sich beim besten Willen nicht «weglärmen».

Die auf «Wortwarte» gesammelten Neologismen stammen aus den wichtigsten deutschen Medien. Doch auch hierzulande war man 2017 erfinderisch. So dürfte der vor kurzem ins Leben gerufene «Analmuskel-Eklat» im kommenden Jahr wohl kaum zu toppen sein.