Nun doch: Der Walliser CVP-Politiker Yannick Buttet tritt per sofort als Nationalrat zurück, wie sein Anwalt am Sonntagabend bekannt gab. Der Schritt kommt nicht überraschend: Schon als Ende November bekannt wurde, dass Buttet seine Ex-Geliebte gestalkt haben soll, kam der als Moralist bekannte Politiker in Bedrängnis.

Seither haben sich die Vorwürfe multipliziert: Erst dieses Wochenende belasteten ihn mehrere Frauen mit Berichten über sexuelle Belästigung schwer. Zudem läuft nun ein Strafverfahren wegen Nötigung gegen ihn. Bereits bekannt ist, dass Buttet seit Jahren ein massives Alkoholproblem hat, welches er zurzeit behandeln lässt.

Dass der 40-Jährige nun als Nationalrat zurücktritt, war unumgänglich. Hätte er sich noch länger an seinen Posten geklammert, hätte er damit sich, seiner Partei und seiner Familie nur unnötigen weiteren Schaden zugefügt.

Schade ist aber, dass Buttet nicht von Anfang an transparent informiert hat, sondern zuerst einmal den Kopf eingezogen und gehofft hat, dass der Sturm vorbeizieht. Erst als es klar war, dass dies nicht geschehen wird, hat er seinen Rücktritt bekannt geben. Erfolgreiche Krisenkommunikation sieht anders aus.

Zum Verhängnis geworden sind Buttet nicht nur die Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Öffentlichkeit an einen, der sich selber gern als Saubermann und Hüter traditioneller Werte inszeniert, besonders hohe Ansprüche hat. Wer Wasser predigt und Wein trinkt, ist nicht mehr glaubhaft. Das hat Buttet nun auch gemerkt – wenn auch etwas spät.