Die Frauen sind notorisch untervertreten im Bundesrat. Noch sind es zwei von sieben, bald ist es wahrscheinlich nur noch eine. Der Missmut der Frauen wächst zu Recht, es droht der Krieg der Geschlechter im Land.

Das Problem kann allerdings einfach und gerecht gelöst werden. Es braucht keine Verfassungsänderungen, die Parteien müssen sich nur zusammenraufen wie 1959, als sie die noch heute gültige Zauberformel verabredeten und installierten. Die Formel besagt, dass die drei stärksten Parteien im Land zwei Sitze im Bundesrat haben, die viertstärkste einen. Analog dazu braucht es nur noch den ebenfalls ungeschriebenen Zusatz, dass das zahlenmässig stärkere Geschlecht vier Sitze hat, das schwächere drei. Und wir Männer sind, man mag das bedauern oder auch nicht, numerisch unterlegen. Auf 100 Frauen kommen nur etwas mehr als 98 Männer.

Es reicht, dass sich die Parteien bei der nächsten Vakanz zusammenraufen. Das hiesse dann, Doris Leuthard wird durch eine Frau ersetzt. Wie 1959, als CVP-Generalsekretär Felix Rosenberg die Fäden zog, könnten die CVP-Platzhirsche also auch jetzt wieder uneigennützig verzichten und Geschichte schreiben. Als Nächstes wäre dann Johann Schneider-Ammann (FDP) durch eine Frau zu ersetzen. Und, sofern er als Dritter geht, danach auch Ueli Maurer (SVP). Das hiesse in der Konsequenz wohl zudem, dass die viertstärkste Partei immer mit einer Frau vertreten ist.

Zum Schaden des Landes wäre das sicher nicht. Und für uns Männer besteht Hoffnung. Unser Anteil steigt seit 1980, als noch weniger als 95 Männer auf 100 Frauen kamen, fast durchweg leicht an. Geht das so weiter, sind wir in zehn Jahren vorne.

henry.habegger@azmedien.ch