Wenn Sie meinen, unsere Generäle seien nur in Sachen Spesenexzesse spitze, dann tun Sie ihnen unrecht. In mindestens einer weiteren Disziplin sind sie unschlagbar: in der Sparte Überlebensfähigkeit. Überlebensfähigkeit im Amt.

Nehmen Sie Armeechef Philippe Rebord. In schöner Generalsmontur zeigte sich der Walliser an der Wahlfeier seiner neuen Chefin und Verteidigungsministerin Viola Amherd in Brig. Rebord ging «auf Tuchfühlung» mit seiner neuen Vorgesetzten, wie der «Blick» notierte. In leichter Schräglage kippte Rebord auf dem Foto zu seiner Chefin. Der helle Schein des Kronleuchters im Hintergrund sass dabei am kahlen Generalsschädel wie der Schweif am Stern von Bethlehem. Ein symbolträchtiges Bild: Keine Frage, wer hier der Erleuchtete war.

«Das Undenkbare denken», sagte bereits einer von Rebords Vorgängern. Eine Frau als Verteidigungsministerin war so etwas Undenkbares. Jetzt sind die Generäle gewappnet. Nicht gegen den Krieg, aber gegen politische Vorgesetzte, selbst weibliche. Wie nach Drehbuch arbeiten die Militärs daran, sich das Primat der Politik weiterhin möglichst vom Leib zu halten.

Zuletzt sind Ogi, Schmid, Maurer und Parmelin an den Berufsmilitärs verpufft. Die Überlebenswoche hat begonnen, und die schlauen Generäle scheinen guter Dinge, auch die Frau zu bodigen. In der «NZZ» sagte Rebord dieser Tage gnädig: Amherd könne «ohne Vorurteile das Amt» antreten. Zu den wilden und teuren Spesenexzessen der Armeespitze sagte der General: «Ich glaube nicht, dass wir grundsätzliche Fehler gemacht haben.»

Ob Viola Amherd das auch so sieht, ist allerdings dann doch eine andere Frage.

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