Der alte Mann geht zur jungen Coiffeuse. Sie sagt: «Hallo, ich bin Natalie.» Aus Höflichkeit sagt der alte Mann: «Hallo, ich bin Mark.» Fluchwürdige sieben Generationen jünger als er (den Fluch der Zeit spricht der alte Mann – weiter höflich – sich selber zu), sagt sie: «Also können wir uns duzen?» – «Meinetwegen», sagt er; Jugend-Gepflogenheiten vertuschen vielleicht etwas den Fluch der Zeit.

Als Mark im Sessel beim Waschtrog sitzt, die Haare nass, sagt Natalie: «Ist das gut mit der Temperatur?» Er hört schlecht, sie wiederholt: «Ist es auszuhalten mit dem Wasser?» Er lacht, etwas dunkel vielleicht: «Kein Problem, wenn man ans Waterboarding denkt.» Nun versteht sie nicht ganz; er vermutet, nicht wegen des Lärms im Salon. «Kein Vergleich mit Waterboarding!» Nun lacht sie, eher höflich als im Klaren darüber, was er meint. Mark denkt: «Muss ich wirklich ausholen? Erster Irakkrieg usw., Foltermethoden der US-Army, das Fast-Ersäufen unter Wasser ... Aber dann, auch unverstanden, lässt er es beim Witz.

War wohl zu «krass» für sieben Generationen hinter ihm. Oder das «Waterboarding» liegt bereits weit zurück. «Krass» ist ein Wort, das die Jugend tausendmal am Tag im Mund führt. Ein Erlebnis, auch nur ein Bild dazu hat sie offensichtlich nicht. Wäre das, fragt Mark, nun Segen oder Fluch?