Kinder und Betagte unter ein- und demselben Dach: Das Modell macht in der Schweiz Schule und wird gefördert. Und ganz allgemein ist das gut so.

Warum? Da ist einerseits der generelle Wandel: Die Ältesten und Jüngsten unter uns leben mehr und mehr getrennt voneinander. Der Arbeitsmarkt verlangt Familien einiges an Mobilität ab. Viele Erwachsene wohnen nicht mehr in der Nähe ihrer Eltern und so sehen Grosseltern und ihre Enkel sich unter Umständen gar nicht so häufig. Auch die Älteren sind mobil und wählen vielleicht ein Altersdomizil aus, das sich weit weg von der eigenen Familie befindet.

Andererseits geht es um die Überalterung der Gesellschaft: Immer weniger Kinder und Junge sehen sich einer immer grösser werdenden Schicht von älteren Menschen gegenüber. Pessimisten warnen deshalb vor einem Generationenkonflikt.

Politisch beispielsweise könnten die Älteren die Jüngeren dauerhaft überstimmen. Im schlimmsten Fall droht eine Tyrannei der Alten, was wiederum die Generationensolidarität ins Wanken bringen könnte. Was, wenn die Jungen sich dereinst weigern, die Renten der Alten zu sichern?

Einen solchen Konflikt kann die generationenübergreifende Betreuung wohl kaum verhindern. Abgesehen davon muss es gar nicht zu einem Kampf der Generationen kommen. Gegen mehr zwischenmenschliche Nähe kann man trotzdem nicht sein. Schon gar nicht, wenn es hilft, dass Junge sich in die Lage der Älteren versetzen, sich ihre Nöte und Bedürfnisse vorstellen können – und umgekehrt.