Fairerweise die Erfolgsmeldung zuerst: Die Krankenversicherer geben verhältnismässig weniger Geld für Werbung, Makler und Löhne aus als noch vor zwanzig Jahren. Damals waren es 7,6 Prozent der Ausgaben, heute sind es 4,8. So fliesst mehr Geld direkt dahin, wofür es bestimmt ist: in medizinische Leistungen. Die Rechnung hat aber einen Haken. Da das Prämienvolumen Jahr für Jahr steigt, wuchs der Verwaltungsaufwand fröhlich mit: 2017 waren es 1,7 Milliarden Franken für die Grundversicherung.

Interessanterweise variiert die Effizienz der Kassen stark. Kleine Versicherer wenden weniger als 100 Franken pro Kunde und Jahr für die Verwaltung auf, andere fast 300 Franken. Zwar ist der Vergleich nicht ganz so einfach, denn die Differenzen zwischen den Kassen sind nicht nur finanzieller Art. Kleinere administrieren hauptsächlich. Grössere haben oft ein anderes Selbstverständnis. Sie investieren Geld in Grundlagenarbeit und Politik, um die Versorgung zu verbessern.

Und trotzdem ist angesichts der Unterschiede nicht von der Hand zu weisen, dass ein grosses Sparpotenzial brachliegt. Die Krankenkassen verweisen gerne auf Ineffizienzen bei Ärzten und in Spitälern, sie mäkeln an Medikamentenpreisen und Pflegekosten herum. Es würde ihnen also gut anstehen, auch vor der eigenen Haustüre zu kehren und Provisionen für unliebsame Makler und Vergleichsdienste ersatzlos zu streichen: Der Bund bietet den Prämienvergleich kostenlos an. Auch die übermässige Werbung nervt mehr, als dass sie nützt. Für faire Prämien sollen auch Versicherer sparsamer mit dem Geld umgehen.

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