Neulich in Lissabon. Eine Notdurft treibt uns in ein Café in der Allstadt. Wie es sich für gute Schweizer gehört, nutzten wir nicht nur die sanitären Anlagen, sondern bestellten auch gleich einen Espresso. Als wir die Rechnung erhalten, trauen wir unseren Augen kaum. Äusserst bescheidene 70 Cents stellt uns das Etablissement in Rechnung.

Auf eine entsprechende Nachfrage erklärte uns die Kellnerin, dass der gleiche Espresso an der Bar 60 Cents kostet, draussen auf der Terrasse wird 1 Euro berechnet. Man rechne: In Franken zahlten wir für unseren Espresso also 84 Rappen. Das gleiche Produkt kostet in Städten wie Basel oder Zürich mittlerweile 4.50 bis 5 Franken (ja, es gibt auch günstigere Varianten).

Ein Freund spricht im Zusammenhang mit den Kaffeepreisen in Basels Edelconfiserien – inspiriert von seiner englischen Ex-Frau – von «daylight robbery», also Diebstahl bei Tageslicht. Natürlich kostet hier alles viel mehr. Aber wieso ein Kaffee um den Faktor 6 teurer sein muss, ist schlicht rätselhaft. Bei allem Verständnis für die hohen Lohn- und Mietkosten, hier läuft etwas falsch.

Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die auffallend ähnlichen Kaffeepreise in den erwähnten Edelconfiserien am Rheinknie. Handelt es sich hier etwa um eine unzulässige Preisabsprache? Liebe Wettbewerbskommission, bitte einschreiten! Eine Voruntersuchung wäre zumindest angezeigt.