Jedes Jahr dieses Theater: Weihnachten naht und viele haben keinen blassen Schimmer, was sie ihren Liebsten schenken wollen. Was unsere sieben Bundesräte unter ihrem Weihnachtsbaum finden werden, wissen wir natürlich nicht. Aber ein paar Ideen hätten wir da schon.

SVP-Bundesrat Guy Parmelin schenkte der neuen CVP-Bundesrätin Viola Amherd nicht nur das Verteidigungsdepartement, sondern auch gleich noch ein Buch über Waffenplätze. Schön, schön. Damit ihren Generälen die Sterne aber nicht in den Kopf steigen, könnte Amherd ein Offiziersabzeichen bestimmt gut gebrauchen. Und sei es auch nur ein historisches Artefakt.

Der neue Wirtschaftsminister Parmelin («I can English understand») wiederum dürfte – nicht sehr originell, aber von hohem Nutzwert – mit einem Englisch-Wörterbuch ganz glücklich werden.

Die neue FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter übernimmt das Justizdepartement von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die ins Infrastrukturdepartement wechselt. Beide gelten als äusserst dossierfeste Politikerinnen; sie verschlingen Akten wie andere ihr Mittagessen.

Drum: neue Leuchtstifte für Keller-Sutter und Sommaruga! SP-Bundesrat Alain Berset sorgte als «bescheidener Minister» weltweit für Schlagzeilen, weil er sich auf einen Randstein vor dem UNO-Hauptquartier setzte und Akten studierte.

Auch auf einem Melkstuhl könnten wir uns Berset, der Folklore nicht abgeneigt, sehr gut vorstellen. Für SVP-Bundesrat und Finanzminister Ueli Maurer täte es ein Enzianschnaps, am besten einer aus der Beiz seines Parteikollegen Toni Brunner. Dem aromatischen Wurzelbrand werden diverse Wirkungen zugeschrieben.

Er könnte Maurer bei seiner Wandelung zum Staatsmann helfen. FDP-Bundesrat Ignazio Cassis hat es derweil in der Europapolitik mit verhärteten Fronten zu tun, viel Frust für unseren Aussenminister. Drum: Ein Anti-Stress-Knautschball kann Wunder wirken.