Überall scheint alles dem Zerfall verfallen, man kennt dafür sogar das exakte Datum. So entnahm ich dem Kühlschrank wieder mal ein Joghurt (der/die/das Joghurt?), dessen Zuträglichkeit verfallen war, und dachte, weil man aus uns ja auch Maschinenwesen bastelt, Cyborgs, um unseren Verfall zu verzögern: Welches wäre denn dein Verfalldatum, Pappnase? Wo steht’s geschrieben?

Gesetzt, jedem wäre das Verfalldatum auf die Stirn geschrieben – lesbar nur mit einem Spezial-Leuchtstift, ähnlich einer UV-Lampe: Wäre das hilfreich? Etwa auf dem Flirting-Dating-Karussell – nicht der physische Verfall, sondern der wesentliche Abbau, lange unsichtbar: die Seelenfäulnis. Da bliebe mancher Kandidat, auf den ersten Blick ein Tiger auf der Pirsch, ohne Schatz im Arm. Seine Strahlkraft, so verrät das Stirndatum, reicht einen Sommer lang. Danach wird er säuerlich, abgestanden, ranzig sein. Und was ist mit den Bräuten? Gar nichts. Auch bei geschlechtlicher Totalparität gilt: Frauen haben kein Verfalldatum.

Und noch eine Sorte von Leuten soll das Verfalldatum vieler Menschen nicht per Leuchtstab erfassen dürfen: Personalchefs. Die müssen sich weiter allein auf ihre eigenen Methoden stützen. Warum? Darum.