Novartis schenkt blutkrebskranken Kindern und Jugendlichen mit einer revolutionären Zelltherapie Hoffnung. Auch für Erwachsene mit einer speziellen Form von Lymphdrüsenkrebs ist die Behandlung namens Kymriah nun sowohl in Europa als auch in den USA zugelassen. Es ist die weltweit erste Zelltherapie zur Krebsbekämpfung. Es besteht die Möglichkeit, dass sie über den vorerst noch eingeschränkten Einsatzbereich hinaus viele Menschen von Krebs befreien kann.

Der Schweiz bringt diese Innovation neue Investitionen und Arbeitsplätze. Das kann unserem Land mit Blick auf die vielen wechselkursbedingten Arbeitsplatzverluste in der Industrie nur guttun. Wenn Kymriah tatsächlich den medizinischen Durchbruch bringt, wie dies die Therapie verspricht, könnte die Zahl der neuen Stellen im Produktionswerk im aargauischen Stein von 260 im Jahr 2020 auf bis zu 450 steigen.

Doch gemessen am potenziellen gesellschaftlichen Nutzen von Kymriah nimmt sich die Zahl der Arbeitsplätze doch ziemlich bescheiden aus. Umso mehr, als die Hightech-Jobs sowieso nur einer kleinen Gruppe von hoch spezialisierten Leuten vorbehalten sind. Die robusten Wachstumsraten der Schweizer Wirtschaft sind zum grossen Teil der innovativen Pharmabranche geschuldet. Das ist gut für die Statistik, aber für die fünf Millionen Menschen in unserem Land, die sich alle eine ihren Talenten entsprechende Beschäftigung wünschen, reicht dies bei Weitem nicht aus. Hightech allein ist deshalb kein Rezept gegen die Franken-Geissel.