Echt jetzt. Man mag es nicht mehr sehen, nicht mehr hören, nicht mehr lesen. Was der aktuelle US-Präsident der (Um-)Welt antut in seinem ignoranten, aber durchaus nicht planlosen Furor, ist schlimm. Seine geschmacklosen Äusserungen, sein Frauenbild, sein Rassismus, sein Hass auf die Medien sind jenseits des Tolerierbaren. Seine Skandale, die Untersuchungen gegen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, sein Lügen und Tricksen machen ihn untragbar. Eigentlich. Doch Donald Trump sitzt fest im Sattel. Seine Partei steht erstaunlich geschlossen hinter ihm. Seine Hardcore-Anhänger werden nicht weniger. Die auf jeden deplatzierten Tweet folgende Empörungswelle bewirkt genau null. Sie macht bloss müde. Und verzweifelt. Denn die Hoffnung, dass die Ära Trump bald beendet sein wird, zerschlägt sich immer wieder aufs Neue.

Nicht nur aus Gründen der persönlichen psychischen Hygiene braucht es eine neue Strategie, um das Phänomen Trump zu bekämpfen und vor allem, um es zu überleben. Mehr Gelassenheit tut not. Genau hinschauen, aber nicht hyperventilieren. Auch mal einen präsidialen Tweet ignorieren. Und sich nicht über jedes betretene Fettnäpfchen hämisch freuen. Lassen wir die Luft raus aus dieser überhitzten Anti-Trump-Mania, die ihn im Grunde nährt. Genau das kann ein aufgeblasenes Ego am wenigsten vertragen.