Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Ueli Maurer der erste Schweizer Bundespräsident ist, der von einem US-Präsidenten offiziell empfangen wurde. Bis vor 30 Jahren reisten unsere Bundespräsidenten nicht ins Ausland, sie mussten stets im eigenen Land präsent sein.

Wiederholt kritisierte die SVP die zunehmenden Auslandreisen, die in den 1990er-Jahren im Zuge der Globalisierung einsetzten. Nun bewegt sich einer der Ihren gewandt auf der internationalen Bühne.

Der Ex-SVP-Chef traf innert kürzester Zeit die beiden mächtigsten Männer der Welt, Chinas Präsident Xi Jinping und am Donnerstag Donald Trump – immer strahlend, immer Komplimente verteilend. Welch Unterschied zu den Fotos von Trump mit Merkel oder anderen europäischen Spitzenpolitikern, die neben dem US-Präsidenten demonstrativ sauer dreinschauen.

Der Hinwiler Bauernsohn Maurer und der New Yorker Erbmilliardär Trump haben persönlich wenig gemeinsam. Doch politisch wollen sie dasselbe: gute Deals für ihr Land, Geschäft vor Moral. America first, Switzerland first.

Darum könnte ihr Treffen Schwung für ein Freihandelsabkommen bringen, es würde beiden nützen: Die USA sind der zweitwichtigste Exportmarkt für die Schweiz, und diese steht für Amerika immerhin auf Rang 18. Wegen der Schweizer Landwirtschaft sind bislang alle Versuche für mehr Freihandel versandet.

Bauernsohn Maurer muss also entweder Trump dazu bringen, die Agrarwirtschaft vom Deal auszunehmen – oder die eigenen Landwirte überzeugen, dass ein Abkommen verkraftbar wäre. Auch das ist nicht ohne Ironie.