Man kennt das zur Genüge: Da sitzt man mit einer Gruppe an einem Tisch, diskutiert lebhaft, trinkt was, hat es gemütlich – und dann vibriert ein Handy. Der Besitzer murmelt was von «Entschuldigung, da muss ich kurz antworten …» – und schon hat er das Ding in der Hand. Der Zweite nimmt das dankend als Einladung an, ebenfalls kurz eine Whatsapp-Nachricht zu beantworten. Worauf der Dritte dem Gruppendruck nachgibt und seine Mails checkt. Was soll da der einsame Vierte anderes machen, als sich auch des Handys anzunehmen? Und so sitzen dann vier Menschen beisammen und sind doch getrennt, da ein jeder vor sich hinstarrt.

Wie schön war da neulich die illustre Jass-Runde. Alle mit Karten statt Handy in der Hand! Kein Gerät auf dem Tisch. Keiner, der bei einem leisen Summton aufgesprungen und das Smartphone aus der Tasche gezogen hätte. Vielleicht war es früher ohne Handy doch besser, habe ich gedacht. Doch dann endet der scheinbar zeitlose Moment abrupt: In die Idylle hinein schrillt ein Festnetztelefon. Mitten im Spiel legt einer seine Karten auf den Tisch, steht auf und … ja, er nimmt tatsächlich ab – und telefoniert ...