Nein, am Resultat gibt es nichts zu rütteln: Das Schweizer Stimmvolk sagt klar Ja zum Geldspielgesetz. Somit sind Glücksspiele nun auch im Internet zugelassen, sofern sie von konzessionierten Casinos angeboten werden. Ausländische Anbieter bekommen nicht einmal eine Chance, sich um eine reine Online-Konzession zu bewerben. Der Zugang zu ihren Plattformen wird blockiert. Solche Netzsperren sind nicht nur ein Eingriff in die bisher stets hochgehaltene Freiheit des Internets, sie lassen sich mit ein paar Klicks auch straflos überwinden. Wer für das Gesetz stimmte, dürfte sich dieser Konstruktionsfehler bewusst gewesen sein. Trotzdem zog die Mehrheit eine strenge Regulierung des Geldspielmarktes vor; eine mit protektionistischem Touch. Jetzt muss die Politik aber Wort halten und beweisen, dass die Abstimmung kein Dammbruch für weitere Netzsperren war.

Die Stimmbeteiligung dümpelte in den meisten Kantonen um die 30 Prozent, was verdeutlicht: Die Bürgerinnen und Bürger mussten über ein Thema befinden, mit dem die meisten in ihrem Alltag nichts am Hut haben. Dies steht im krassen Gegensatz zum aufwendig geführten Abstimmungskampf. Im Ja-Lager operierte Swisslos, eine von den Kantonen kontrollierte Genossenschaft, mit einer prall gefüllten Kriegskasse.

Einen schalen Nachgeschmack hinterlässt, dass aufseiten der Gegner auch Geld aus dem Ausland im Spiel war. Mit einer halben Million Franken unterstützten ausländische Casinos die Unterschriftensammlung für das Referendum, an die Nein-Kampagne steuerten sie nochmals einen bisher unbekannten Betrag bei. Die genauen Geldflüsse bleiben im Dunkeln. Muss die Politikfinanzierung transparenter werden? Zu dieser Frage ist eine Volksinitiative hängig. Unabhängig davon, wie man dazu steht: Gerade was die Rechnungen von Abstimmungskampagnen angeht, ist eine ernsthafte politische Debatte überfällig. Das hat die Geldspiel-Abstimmung gezeigt.