Heidi Z’graggen ist weder reich noch adlig. Kandora trägt sie auch nicht. Doch eines hat sie den Scheichs aus dem Königshaus Saudi-Arabiens voraus: Heidi Z’graggen ist standhaft. Während die Schergen aus Riad kleinlaut zurückkrebsten und doch eingestanden, dass ein kritischer Journalist in ihren Räumlichkeiten zu Tode kam, nachdem sie zunächst alles abgestritten hatten, bleibt die Bundesratskandidatin aus der Zentralschweiz hart wie eine Urner Felswand. Am Montag noch erklärte sie dem «Blick», sie habe nicht «Depp» gesagt.

CVP-Bundesratskandidatin Z'graggen: «Dä isch en Depp»

CVP-Bundesratskandidatin Z'graggen: «Dä isch en Depp»

Nach der Frage eines Zuschauers fängt Peter Hegglin an zu antworten. Der Zuschauer ruft dazwischen und Heidi Z'graggen sagt: «Dä isch en Depp.»

Was sonst soll sie denn gesagt haben? Das Video von der Veranstaltung, als sie einen aufmüpfigen Zuschauer als «Depp» bezeichnete, kann jeder im Internet anschauen. Trotzdem beharrt Heidi Z’granit felsenfest darauf, das Ganze sei ein «akustisches Missverständnis» gewesen. Das wiederum weckt Erinnerungen an Donald Trump. Der hatte behauptet, er habe «sich versprochen», als er neben Wladimir Putin stand, die Hosen voll hatte und erklärte, er sehe keinen Grund, warum Russland sich in die Wahl 2016 eingemischt haben sollte. In Wahrheit habe er das Gegenteil gemeint.

So absurd das Krisenmanagement von Trump und den Scheichs auch sein mag: alles ist glaubwürdiger als Heidi Z’graggens «akustisches Missverständnis».