Allschwil ist eine florierende Gemeinde. Die Wirtschaft boomt. Die Menschen finden Arbeit und wohnen gerne hier. Aber die Verkehrsinfrastruktur hat nicht mit der Entwicklung in den letzten Jahren mitgehalten. Das Strassennetz ist am Anschlag, der Ortskern und die Hauptachsen sind notorisch verstopft. Auf den Hauptachsen (Binningerstrasse, Baslerstrasse) verkehren täglich rund 14 000 Fahrzeuge. Auch auf der Querverbindungsstrasse Allschwil – Oberwil sind es rund 10 000 Fahrzeuge täglich.

Um dieser Verkehrslawine Herr zu werden, wurde im Frühjahr 2009 die Initiative für eine Umfahrungsstrasse Allschwil eingereicht. Dies mit dem Ziel, dass der Kanton eine Umfahrung mit besonderer Dringlichkeit plant, projektiert und realisiert. Dabei soll die dereinst zu bauende Strasse als Teil des kantonalen oder nationalen Strassennetzes (Hochleistungsstrasse, Hauptverkehrsstrasse) betrieben werden können. Zudem ist der Anschluss an die Autobahn 3 (Nordtangente Basel) sicherzustellen. Am nächsten Wochenende befindet der Baselbieter Souverän über diese Initiative.

Das Projekt ist dringend notwendig. Das zeigen vier einfache Überlegungen klipp und klar auf. Erstens: Das Gewerbegebiet Bachgraben in Allschwil weist heute schon rund 3500 Arbeitsplätze aus. Mit der Eröffnung des nationalen Innovationsparks und der Umsetzung des Masterplan «BaselLink» ist in den kommenden Jahren mit einem zusätzlichen Angebot von gegen 8000 Arbeitsplätzen zu rechnen – mit dem entsprechenden Zusatzverkehr. Zweitens: Die Gemeinde ist unzureichend an das Nationalstrassennetz angebunden. Darum muss sich der gesamte motorisierte Verkehr in Richtung Autobahnnetz mit Start und Ziel Allschwil schon heute durch die Stadt Basel quälen und auf Lokalstrassen ausweichen. Und das wird nur noch schlimmer. Wirklich umweltfreundlich ist das nicht.

Drittens: Die Herausforderung in der Bewältigung der heutigen und künftigen Verkehrsströme in Allschwil besteht nicht wie im letzten Jahrhundert darin, den alten Dorfkern mit Basel zu verbinden. Diese Verbindung steht. Heute geht es vielmehr darum, den Durchgangsverkehr vom Elsass nach Basel und ins Leimental möglichst umweltverträglich abzuwickeln. Viertens: Die Durchgangsachse vom Elsass ins Leimental führt seit Jahrzehnten durch den historischen Dorfkern von Allschwil. Durch das hohe Verkehrsaufkommen ist die Attraktivität des Dorfkerns und damit seine Entwicklung stark infrage gestellt.

Von den Gegnern der Initiative für eine Umfahrungsstrasse Allschwil wird gefordert, dass die Erschliessung lediglich über den öV erfolgen soll. Zwar erwecken sie den Anschein, der «Zubringer Allschwil» sei auch für sie unbestritten. Aber gleichzeitig schüren sie sehr gezielt die Angst vor einem weiteren Ausbau, indem sie behaupten, eine Umfahrung Allschwil sei der erste Schritt zu einer «Südumfahrung». Diese Argumentationsweise ist nicht glaubwürdig. Sie entpuppt sich als reine Verhinderungspolitik. Mit einem Ja zur Initiative für eine Umfahrungsstrasse Allschwil am 8. März sagt man Ja zu der Wirtschaftsoffensive des Kanton Baselland, Ja zu einer gesicherten Verkehrsinfrastruktur und Ja zu einer umweltfreundlichen Lösung.