Ich gebe zu, dass ich etwas zum «Parkplatz am Bankenplatz» schreiben wollte. Ich wollte mich öffentlich fragen, ob wir denn keine anderen Sorgen haben, zum Glück hat sich aber der Sturm im halb vollen Wasserglas gelegt und die Welt dreht sich weiter.

Die Welt dreht sich zwar weiter, aber irgendwie falsch, zu schnell und verkehrt. In den letzten Tagen haben Terroristen gezeigt, dass sie auch in Saint-Quentin-Fallavier, einem Kaff unweit von Genf, Menschen enthaupten können, sie haben bewiesen, dass man beim Baden am Strand in den Sommerferien erschossen werden kann. Ausserdem haben sie in Kuwait bewiesen, dass sie das Töten eigener Landsleute auch nicht verlernt haben. Irgendwie ist es beängstigend, aber fast schon zu alltäglich, um mehrere Tage in den «News» zu bestehen.

Natürlich habe auch ich am Montag in mein Portemonnaie geschaut und mir überlegt, wie lange ich mit den 53 Franken und 16 Euro, die ich bei mir hatte, überleben könnte, wenn die Bankomaten – wie in Griechenland – aufhören würden, Geld auszuspucken.

Bei der aktuellen Nachrichtenlage möchte man am liebsten wegzappen oder die Musik lauter drehen, doch dann kam die gute Nachricht: Basel-Stadt und Baselland wollen ihre Spitäler zusammenlegen, endlich. Trotz des Baselbieter Korbs auf die städtischen Liebesavancen im vergangenen Jahr hat Basel-Stadt Grösse bewiesen und bietet weiterhin Hand zu gemeinsamen Projekten. Besonders bewundernswert ist diese Haltung nach dem Theater um das Theater und der landschaftlichen Ankündigung, bei der gemeinsamen Universität sparen zu wollen.

Es ist extrem erfreulich, dass nun wenigstens das Konkubinat weitergeführt werden soll, wenn es schon nicht bis zum Altar gereicht hat. In Zeiten explodierender Gesundheitskosten, beschleunigter Alarmierungsmöglichkeiten, schnellerer Verkehrswege und wachsenden (internationalen) Wettbewerbs in der universitären Forschung war die provinzielle Aufteilung der Spitaldienstleistungen und das damit verbundene Konkurrenzdenken auf 550 Quadratkilometern ein Anachronismus.

Gesundheit darf etwas kosten und wir sind wohl auch bereit, für die fantastische Dienstleistung in der Region tief in die Tasche zu greifen. Die Kosten dürfen aber künftig nicht weiter durch Ineffizienz, Kantönligeist und politischen Stolz hochgetrieben werden. Die Doppelspurigkeit Uni-Spital Basel und Bruderholzspital hat noch nie Sinn gemacht. Das Bruderholzspital war letztlich ein Kind der zweiten Kantonstrennung von 1969. Offenbar ist man heute klüger und reagiert auf den fehlenden Fusionswillen nicht mit Trotz, sondern mit noch mehr Zusammenarbeit. Das Projekt «Spitalgruppe Basel» wird nicht nur Kosten senken und das Angebot optimieren, es wird auch den Forschungs- und Dienstleistungsstandort Basel auf dem internationalen medizinischen Parkett nach vorn bringen. Mit einem noch grösseren und administrativ einfacheren Einzugsgebiet kann Basel noch bessere Spitzenmediziner anziehen.

Gerade an einem Standort wie Basel, wo private und universitäre Forschung eine überragende Bedeutung haben und untrennbar mit dem Spitalangebot verbunden sind, macht es Sinn, dass die Basler Regierung die Spitalzusammenarbeit an die Weiterführung und Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich der Universität geknüpft hat. Die Basler Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit nach dem Nein-Wort am Altar sollte in Liestal nicht als Kniefall, sondern als dargebotene Hand verstanden werden. Der neue Weg der Partnerschaft soll beiden Seiten etwas bringen und beiden etwas abverlangen.

Ich bin froh, dass trotz der Missstimmung des letzten Herbstes die Zeichen wieder auf Annäherung stehen und hoffe, dass diese gedeiht und beidseitig bleibt.